Heute beginnt der Beitrag einmal mit einem hübschen Gesellen, der uns täglich beim Frühstück beobachtet.
Der Ostermontag ist für Volterra reserviert. Unterwegs drängt sich noch einmal der Blick auf San Gimignano auf:
War ein besonderes Erlebnis dort im letzten Jahr aber einmal reicht’s dann auch. Italien hat bekanntermaßen noch mehr zu bieten.
Ein paar Kilometer weiter rückt noch eine Perspektive in den Fokus. Bei dem Gebäudekomplex im Vordergrund handelt es sich diesmal definitiv nicht um eine Grundschule.
Volterra
Nein, heute werden wir kein Gotteshaus betreten, heute hat der Klerus mal Pause.
Volterra ist eine Festung und Stadt, gegründet in der Etruskerzeit, 800 v. Chr.
Heutzutage ist die Stadt für ihre traditionsreiche, künstlerische Verarbeitung von Alabaster bekannt.
Teatro Romano
… also doch wieder die Römer!
Von der Stadtmauer aus bietet sich nochmal ein guter Blick auf das Teatro:
Den Mosaikboden im Römerbad kann man von hier recht gut erkennen:
Was für eine Aussicht!
Piazza dei Priori
… ist der besterhaltene mittelalterliche Platz in Italien.
Palazzo dei Priori, das Rathaus ist das älteste in der Toskana.
Piazza San Giovanni
Battistero
Doumo Santa Maria Assunata
Wir erklimmen höhere Ebenen, um die Etrusker zu finden.
Ah, auch ein altes Volk, aus der weiteren Heimat vom Opa-Liese.
Acropoli Etrusca
9. Jhdt. v. Chr.
Jetzt könnten wir noch Schlange stehen, damit wir on the right side 7 Meter unter der Erdoberfläche eine etruskische Zisterne von innen bewundern können, aber wir haben beschlossen, nur the left side zu besuchen.
Vier Stunden Etrusker und Römer und Mittelalter genügen. Da ist unser Tor:
Aus einiger Entfernung will die Stadt nochmal fotografiert werden. An dieser Stelle ein Gruß an den Bauern, dessen Kornfeld die Oma-Liese für das Bild zertrampelt hat.
ist die Hauptstadt der Provinz Lucca, im 8 Jhdt. v. Chr. von den Etruskern gegründet. Die gesamte Stadt ist von dicken Mauern umgeben, was wohl auch Hannibal 218 v. Chr. zu schätzen wusste, der sich Lucca als Rückzugsort gewählt hatte.
Im 13. und 14. Jhdt. war die Stadt eine der einflussreichsten in Europa.
Wir betreten die Stadt durch eines der Stadttore:
Oma-Liese vermutet hinter den vergitterten Fenstern einen Knast, was sich aber schon im nächsten Moment als falsch herausstellt. Wie man sich doch täuschen kann…
Ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis scheint man wohl in Lucca zu kultivieren.
Wir tauchen in die belebten, engen, hohen Straßenzüge ein.
Giacomo Puccini, ein berühmter Sohn der Stadt.
In Lucca halten es die Straßenkünstler nicht so sehr mit der Bescheidenheit, wie andernorts, sondern tragen ihre Motive großflächig auf Rollläden von verlassenen Ladengeschäften auf:
San Michele in Foro
Heute für den Publikumsverkehr geschlossen.
Piazza Grande oder auch Piazza Napoleone
Des Feldherrn Schwester hatte hier am Ort ihren Wohnsitz.
Teatro del Giglio
Garibaldi darf nicht fehlen.
Battistero e area archeologica della Chiesa dei Santi Giovanni e Reparata
Die Kirche wird heutzutage für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt.
Bedeutsam sind die unterirdischen Ausgrabungen aus der Römerzeit.
Über eine Treppe erreicht man die Ausgrabungen:
Die Treppen würden zur Turmspitze hinauf führen, aber wir sind heute nicht in der Laune.
Auf eine Kapelle wird noch hingewiesen:
Für die Sakristei fehlt uns heute der Ansporn.
Duomo di San Martino
„Das Urteil des Salomo“, ein Marmor-Mosaik aus dem 14. Jhdt.
Das Kreuz „Volto Santo“ wird momentan in einer Seitenkapelle restauriert. Durch eine Glasscheibe kann man werktags bei den Arbeiten zusehen.
Der originale San Martino befindet sich im geschützten Inneren des Domes, die Kopie an der Außenwand des Gebäudes.
Torre Guinigi
Seit dem 15. Jhdt. wachsen drei Eichen aus dem Turm. Die erste Dachterrasse war geboren.
250 Türme gab es ursprünglich in Lucca.
Wie in Verona stand ehemals auch hier ein Amphitheater. Die Bürger von Lucca setzten auf Nachhaltigkeit und verwendeten die Steine zum Bau von Kirchen. Im 18. Jhdt. wurde der Platz symbolisch wieder in seine ursprüngliche Form zurückversetzt, indem die Häuser die Begrenzung der Arena bilden sollten.
Wir verlassen die beeindruckende Stadt, in der wir eine weiteren großartigen Tag in der Toskana verbringen durften.
Die Gegend abseits der Städte erkunden, mal sehen, wo Chianti und Olivenöl wachsen und reifen, das ist heute unser Plan.
Greve in Chianti
Unser Verdacht: Hinter den großzügigen Kastenwagen und Sonnenschutzdächern der Fieranten verbirgt sich vermutlich eine hübsche Toskanische Altstadt. Im momentanen Zustand wird Oma-Liese auf keinen Fall ein Foto aufnehmen.
Da bleibt wohl nur wieder die Kirche übrig. Die könnte ein hübsches Bild abgeben, stünde nicht ausgerechnet mitten vor dem Portal ein viel zu weißer PKW geparkt.
Mal shen, was es im Gotteshaus so zu entdecken gibt. Zwei Kunstwerke fallen auf:
Neben der Kirche liegt ein handtuchgroßes, kultiviertes Stückchen Erde angelegt. Ganz erstaunlich, was man dort alles nicht darf.
Das Ortszentrum ist schnell abgelaufen aber ein Hinweisschild zu einer Aussichtsplattform ist im Vorbeigehen dem Opa aufgefallen. Da könnte man ja hochgehen.
Ausblick ist vorhanden,
Kunst gibt’s auch
Meist wachsen Chianti und Olivenbäume einträchtig nebeneinander.
Die Rundfahrt geht weiter, gerne mal mit aufdringlichen Ureinwohnern mit Hang zum Stoßstangenkontakt im Gefolge.
Castellina in Chianti
Rocca di Castellina
Das Häschen hat bei dem herrlichen Wetter gute Chancen, bis morgen zu trocknen.
Lieblingsplatz des großen Hasen oder bleibt ihm nicht anders übrig, als geduldig auf dem Fass abzuwarten, was der Tag so bringen mag?
Unterhalb der Stadtmauer stellen wir unser Fahrzeug ab und steigen auf die Rolltreppe um.
Der erste Blick durchs obere Stadttor:
Duomo San Donato
1277 – 1510, Gotik
Maria-Magdalena Fresco von Piero della Francesca
Papst Gregor X. hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden.
Seine Wahl war eine schwere Geburt. Drei Jahre hat die Prozedur gedauert, bis sich endlich alle Kardinäle einig waren, mit ihm den Richtigen als Katholisches Kirchenoberhaupt gefunden zu haben. Somit ist es nicht verwunderlich, dass er es war, der das Konklave eingeführt hat. Seitdem werden die Kardinäle solange in die Sixtinische Kapelle eingesperrt, bis ein neuer Pontifex Maximus gefunden ist.
Jetzt nochmal die Decke in einzelnen Bildern vom Altarraum bis nach hinten:
Marienkapelle
Wall-Art gibt’s auch.
Piazza Grande
Giorgio Vasari gestaltete den gesamten Platz.
Pieve Di Santa Maria
Der Turm, Campanile, wird im Volksmund als „Turm der 100 Löcher“ bezeichnet.
Weltberühmt ist die Fassade mit ihren 12, 24 und 32 Säulen in drei Etagen, wobei jede individuell gestaltet wurde.
Die Kirche gilt als eine der schönsten romanischen Kirchen in der Toscana.
Marien-Polyptychon, 1320 n. Chr.
Da hat aber mal jemand fröhliche Farben über die ganze Stadt verteilt!
Sant Agostino
Sant Michele e Adriano
Basilica di San Francesco
Hinter dem Altar befinden sich Fresken von Piero della Francesca.
Die Legende vom Heiligen Kreuz
Zu Berühmtheit brachte es „Der Traum des Konstantin“ weil es sich bei dem Fresko um die erste Nachtszene der Kunstgeschichte handelt. Das Spiel mit Licht und Schatten ist hier zum ersten Mal einem Maler gelungen.
Die Fahnen stehen inzwischen stramm im Wind, für den Abend ist Regen vorhergesagt.
Der Dom von hinten taucht auf, als wir zur Festung von Arezzo unterwegs sind.
Ein weitläufiger Park , den wir gerne nutzen, führt zur Festung. Wir beschließen, die Festung auszulassen und genießen den Blick in die Toscana.
Beim Verlassen der Stadt verzichten wir auf die Rolltreppe zugunsten der etwas unwegsamen Treppe.
Übrigens: Michelangelo stammt aus Arezzo, hat aber hier keine Werke hinterlassen.
100 Kilometer Fahrt und dann ein Katzensprung vom Parkplatz zum …
Torre Pendente
rechts geht’s zum Ticketshop. Brauchen wir nicht, haben wir schon.
Ein kopfloser Engel ist gelandet…
Erschreckendes scheint im rechten Flügel mitgereist zu sein.
Wir sind 30 Minuten zu früh und wollen die Zeit sinnvoll nutzen. Da wir Karten fürs volle Programm gebucht haben, entscheiden wir uns für den Friedhof. Da könnten 30 Minuten eventuell ausreichen.
Unterwegs dorthin kann Oma-Liese nicht widerstehen, schon mal Eindrücke einzusammeln.
Battistero
Mura
Camposanto
Die high society von Pisa hat sich hier zur letzen Ruhe niedergelegt. Um 1100 n. Chr., zur Zeit der Gründung des gesamten Areals ließ man sich von den Kreuzfahrern exclusiv Erde aus dem Heiligen Land anliefern, um auch der angemessen Ruhestätte und der nächsten Nähe zu den himmlischen Heerscharen sicher sein zu können.
Erschreckende Dämonen treiben hier an den Wänden ihr Unwesen und zerren an den irdischen Geschöpfen.
Dann bevorzugt Oma-Liese doch ein liebliches weißmarmornes Geschöpf…
Eine stattliche Sammlung von Reliquien aller möglicher Heiligen.
Nein, kann man nicht nachträglich mit Photoshop gerade ziehen. Das ist tatsächlich alles etwas schief geraten. Pisa eben…
Hier ist man noch längere Zeit mit Restaurierungsarbeiten in ganz erstaunlicher Technik beschäftigt. Die Fresken werden mit Spezialleim auf Leintücher übertragen um dann wiederum, endlich von Putzuntergrund befreit wieder auf modernen, hoffentlich haltbaren Untergrund, wieder originalgetreu aufgebracht zu werden.
Der Dom… muss noch warten.
Nein, das Foto steht nicht Kopf, sondern offenbar wurde hier beim Bau auf die heutzutage so geschätzte Nachhaltigkeit gesetzt und ein Marmorstein aus alten Beständen in der Außenwand des Domes verbaut. Später hat Oma-Liese noch mehr solcher Exemplare ausfindig gemacht.
Torre Pendente
Es ist soweit: Unser Zeitfenster ist offen. Nachdem wir an der Garderobe artig alles abgegeben haben, was irgendwie nach Tasche aussieht, auch das Etui für Oma-Lieses Weitwinkelobjektiv, dürfen wir uns in die Warteschlange einreihen.
10 bis 15 Minuten stehen wir noch schief in den Himmel schauend herum, bis wir dann zügig abgefertigt werden.
Jetzt geht’s hinein in den Turm…
Da wollen wir hoch!
Der erste Ausblick liefert eine Ansicht der Berge vor Pisa.
Einen Absatz weiter oben ist lebensrettendes Material installiert.
Höher…
und höher hinauf. Mal fällt eine halbe Turmumrundung doch spürbar schwer, mal steigen wir eine Reihe von Stufen so leicht hoch, als ginge es treppab. Eine kleine Verrücktheit, welche die Neigung des Bauwerkes erlebbar macht.
Das war wohl der Grund, weshalb wir auf unserer ersten Womo-Reise den Turm nur von unten bewundern durften.
Noch ein paar ausgetretene Marmor-Stufen.
Von unten sind sie noch in ihrem Urzustand erhalten.
Geschafft! Wir sind auf dem Glockenturm, der zum Dom gehört und einst beinahe doppelt so hoch geplant war, wie er jetzt schief und weltberühmt dasteht.
Blick nach unten,
Blick nach oben:
Oma-Liese hat alles gesehen, ist zufrieden mit der Fotoausbeute, der Opa ist auf seine Kosten gekommen, wir steigen wieder ab.
Battistero
Dom Santa Maria Assunata
Porta Santa
Perfekt angerichtet sind die drei Gefäße mit den Heiligen Ölen für die Fußwaschung am Gründonnerstag. Vier Herren in Anzügen haben sich größte Mühe gegeben, alles so zu drapieren, wie es das Zeremoniell erfordert. Zum Abschluss ein Selfie zu Viert rundet das Ritual ab und als aus einem der offiziellen Smartphones Kirchenmusik ertönt, ist klar, dass jetzt mit dem vergangenen Jahr verglichen wird. Wie himmlisch, wie wichtig, wie weltlich, wie profan. Nochmal einige Minuten später sitzen die gottesfürchtigen Männer in entspannter Runde im Altarraum bei einer lockeren Plauderei beisammen.
Der Himmel schnörkelt sich,
wir sind glücklich mit dem herrlichen Wetter, das die perfekte Kulisse für unseren Pisa-Tag bot. Kaum zu glauben, dass der Opa die Karten schon Ende Februar ins Blaue hinein gebucht hatte.
Ins 45 Kilometer entfernte Prato brechen wir heute auf. Das Wetter wieder sehr sonnig aber windig und daher kalt.
Der erste Weg führt uns zur Basilica Cattedrale di Santo Stefano.
Vorne rechts an der Ecke befindet sich eine Außenkanzel, die einzig dem Zweck diente, einmal im Jahr dem Volk den Heiligen Gürtel der Hl. Jungfrau Maria zu präsentieren. Auch in diesem Jahr ist es wieder soweit, nämlich in wenigen Tagen am Ostersonntag.
Auf den ersten Blick wirkt das Kircheninnere eher klein. Hat man aber die Apsis erreicht, beeindruckt das Querschiff mit seinen Kapellen, die zum Teil von Frater Filippo Lippi gestaltet sind. Der Frater hat wohl gerne gemalt und sogar in Florenz eine Werkstatt betrieben, in der er unter andern auch Botticelli ausgebildet haben soll.
Um die Fresken sehen zu dürfen, müssen wir aber zunächst das Museum besuchen. Also wieder raus aus dem Gotteshaus und links herum zum Museum. Keine Warteschlange, nur wir beide. Museum? … wollen wir eigentlich nicht aber zu Filippo Lippi führt nun mal kein anderer Weg. Wir schauen mal…
Und schon befinden wir uns mitten in den Ausgrabungen:
Kapelle S. Stefano
Dann wieder Wappen vermutlich bedeutender Beigesetzter.
Einen größeren Fund an in Reih‘ und Glied angeordneter Terracottaschüsseln hat man zu präsentieren.
Kreuzgang
Nur wenige Säulen sind erhalten und darunter nur zwei mit Kapitellen. Die haben aber dafür reichlich Biss.
Die hiesige Kirche ist stolz auf eine reichhaltige Sammlung an Jungfrauen mit Kind:
Das Original der Außenkanzel wird hier aufbewahrt und zerstörte Teile rekonstruiert:
Bei den beiden weißen Teilen handelt es sich wohl um Rekonstruktionen.
Nach unserem gestrigen Besuch in den Uffizien in Florenz kommt uns die Art der Darstellung der Heiligen Familie sehr bekannt vor, und tatsächlich handelt es sich um ein Werk aus dem Atelier Botticellis.
Filippo Lippi
Dann wieder Scherben, jede Menge Scherben. Mein Favorit: Ein Igel-Bär-Wildschwein.
Der Heilige Gürtel
… befindet sich wohl im Schränkchen unter der Jungfrau mit dem Kinde. Zur Präsentation wird er ins gläserne Gefäß umgebettet und mit der silbernen Schatulle transportiert.
Unten ist eine Nachbildung des Gürtels zu sehen. Das Original, das zu den bedeutendsten Reliquien überhaupt zählt, soll sich die Jungfrau Maria aus Kamelhaar gewebt haben…
Unter anderem das Gewand, das die Marienfigur trägt, unten links der Handschuh, der getragen werden muss, um den Hl. Gürtel zur alljährlichen Präsentation berühren zu dürfen.
Wir finden noch so dies und das…
War jetzt gar nicht so verkehrt, durchs Museum geschleust worden zu sein. Wir haben’s geschafft und besitzen nun die Reife, die Filippo Lippi-Fresken sehen zu dürfen.
Noch eine weitere Begebenheit aus dem Alten Testament hat Lippi detailgenau an die Wand gepinselt:
Reichlich grausig, was der malende Mönch da zu Werke gebracht hat. also nochmal im Detail:
Es handelt sich um das Festmahl des Herodes.
Die Tanzende ist Salome. Modell gestanden für Salome hat die Geliebte des kunstbegabten Fraters.
Ja, ein Kopf wird da im Brotkörbchen zu Tische getragen.
Der Enthauptete ist Johannes der Täufer.
Wir werfen noch ein, zwei Blicke in die benachbarten Kapellen, die allerdings nicht von Lippi gestaltet worden sind.
Es wird Zeit, sich draußen vor den Portalen in der Sonne bei einem Äpfelchen von all dem Grauen zu erholen.
Danach haben wir noch Lust auf einen kleinen Rundgang durch die Stadt.
Rathaus
San Francesco
Fontana dei Delfini
Santa Maria delle Carceri, Castello del’Imperatore
Für eine kurzen Moment eine autofreie Straße in Prato.
Sonne, 12° C, kalter Wind. Per Bus in 40 Minuten nach Florenz ist eine entspannte Angelegenheit. Als wir ankommen haben wir noch 60 Minuten bis zu unserem Termin in den Uffizien. Am Busbahnhof ausgestiegen schlendern wir durch die Innenstadt bis zu den Uffizien und weil wir immer noch Zeit übrig haben gleich mal zum Arno und natürlich zur Ponte Vecchio.
Leder ist in Florenz natürlich an jeder Ecke in den Schaufenstern zu finden.
Uffizien
Unser gebuchtes Zeitfenster steht kurz bevor und wir sind natürlich pünktlich zur Stelle.
Die Entwicklung der Kunst im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte ist in den Uffizien zu bewundern. Ich fasse in Galerien zusammen, wobei wie gewohnt das einzelne Bild geöffnet werden kann. Beschriften werde ich in groben Zügen bei Gelegenheit.
Das 2. Obergeschoss im rechten Flügel haben wir jetzt geschafft!
Willkommene Gelegenheit für einen Blick aus dem Fenster!
Nach den Osterfeierlichkeiten werden wir uns die Kuppel genauer ansehen.
Ortswechsel, ein neuer Termin wartet!
Palazzo Vecchio
Ausblick, Erholung für die Augen…
Dante Alighieri, Totenmaske
Audienzsaal
Kartensaal
Zeit, zur Bushaltestelle zu marschieren.
Durch den Bahnhof durch und dann wartet auch schon unser Bus.
heißt der Ort mitten in der Toscana, wo wir die nächsten 10 Tage auf dem Campingplatz in Südhanglage verbringen werden. Die Anreise war sonnig aber windig.
Florenz ist nicht weit und die anderen geplanten Ausflugsziele sind von hier aus auch gut zu erreichen. Am Platz gibt es eine Pizzeria, eine Gelateria, eine kleinen Shop, einen Pool und eine Bushaltestelle. Letztere werden wir des Öfteren nutzen.
Ein kleiner sonniger Rundgang durch die nähere Umgebung brachte die Erkenntnis, dass die Gegend nicht für Fußmärsche vorgesehen ist. Vorteil, sich hier aufhalten zu können ist einfach die Nähe zu Firenze.
Immerhin vier Fotos brachte mir der kleine Ausflug ein:
Nass beginnt der Sonntag, sodass wir erst einmal den kräftigen Regen abwarten, ehe wir in die Stadt fahren, denn um die gelöschten Fotos neu aufzunehmen, sollte die Sonne auch ihren Beitrag leisten. Mittags ist es dann soweit, und wenn wir Kachelmann vertrauen, kommt der nächste Regenguss erst um 14:00 Uhr. Auf geht’s zur Arena die Verona!
10.- Euronen für jeden von uns hält der Opa bereit und ist nicht wenig verwundert, als er 18 Silberlinge zurück bekommt. Wegen Umbauarbeiten ist der Eintrittspreis auf 1.- Euro heruntergesetzt.
Die Wolkenkulisse am Himmel sorgt für die nötige bedrohliche Atmosphäre im römischen Amphitheater.
Was für eine Stimmung! Wer braucht da noch Sonne?
Außerhalb ist ein Komet eingeschlagen. Die Verankerung dazu liegt in der Arena.
Wie Oma-Liese im Nachhinein von ihrer cara Amica Katherina erfahren musste, war der Komet beim Abbau tatsächlich in die Arena eingeschlagen und beschädigte dabei tatsächlich historisches Gestein. Seit geraumer Zeit beschäftigt nun die Haftungsfrage die Stadtoberen.
Potz Blitz!
14:00 Uhr, Kachelmanns Prophezeiung bewahrheitet sich, wir ziehen uns in die Katakomben zurück.
Da sind sie also, die Steine aus dem Acker nahe unseres Campingplatzes!
Geniale Architektur
Als der Himmel aufklart, muss die Oma-Liese zum zweiten Mal die höchsten Ränge der Ruine erklimmen, um diesmal vielleicht blauen Himmel als Hintergrund einzufangen zu können.
So ganz allmählich zieht die Wolkenfront ab…
Eine Putzmacherin hat ein Prunkstück in die Auslage drapiert.
Ein kompletter Beitrag ist heute der Arena gewidmet,
… wäre da an der Bushaltestelle nicht plötzlich kaiserlicher Besuch aufgetaucht 😉
550 Kilometer sind wir gereist und damit dem Sturm, der Kälte, dem Regen entkommen. Nachmittags stehen wir in Verona bei 22°C, haben schnell die Campingstühle ausgepackt und genießen die Sonne in der Region Veneto. Einfach nur herrlich!
Ein kleiner Fußmarsch muss dann auch noch sein. Schon im vergangenen Jahr fiel uns der hoch ragende Kirchturm in der Nähe unseres Campingplatzes auf, aber wir hatten Wichtigeres zu tun: die Arena wollten wir sehen. Haben wir auch und dabei reichlich Fotos eingeheimst natürlich. Nur leider hat Oma-Liese die Trophäen gelöscht. Da konnte auch Recuva nichts mehr retten… (die Oma hatte die Speicherkarte schon mehrmals überschrieben, als sie von der Rettungssoftware erfahren hatte).
Zurück zum Kirchturm: Wir marschieren am späten Nachmittag ca. 3 km bis wir das Gotteshaus mit seinem hohen Glockenturm erreichen.
Unterwegs fällt ein tiefer gelegter Acker auf, der übersät ist mit wunderbar rundgeschliffenen Kieseln von 3 cm bis 30 cm Durchmesser. Eine Augenweide für ein Donaukiesel-geprägtes Wesen wie die Oma-Liese. Da sprudeln die Fragen nur so durch den Kopf: War hier einst ein Flussbett? Was wird aus den Steinen? Bis in welche Tiefe werden die Kiesel wohl liegen? Wer hat die Rechte an den Schätzen? Wo versteckt sich das schwere Gerät, das die Millionen aus dem Boden ernten soll? Wann wurde die obere Schicht abgetragen, wenn doch schon wieder das Grün zwischen den Gesteinsbrocken liegt? Wer kümmert sich denn hier nicht um die Ressourcen? Gibt’s denn hier keine findigen Schwaben?
Diesen Veronesen kennen wir auch schon seit einem Jahr, na ja, zumindest seinen heiseren Ruf, mit dem er einem Fasan zu imponieren versucht, der ihn wiederum mit dessen gelassenen ÄÄÄH-Ä schon geraume Zeit zu nerven scheint. Schön, dem Gockelchen mal persönlich ins Auge blicken zu dürfen.
Am Sportgelände vorbei werden wir von Fußabdrücken geleitet. Wer wohl der Besitzer dieser Spreizfüße ist, die einst das Casting für sich entscheiden konnten?
„Kurz vor 6“ ist auf der Kirchturmuhr abzulesen.
Endlich angekommen am Portal des Gotteshauses, beobachten wir Kirchgänger, die sich am gut bestückten Olivenzweigstand bedienen, um sich noch den last-Minute-Palmwedel zu greifen, der gleich in der Vorabendmesse geweiht werden soll. Da wollen wir nicht stören und treten den Rückzug an.
Bunt bemalt drängt sich eine Minimal-Bibliothek unseren Blicken auf. Bei genauerer Inspektion ist schnell festgestellt: „Für jeden Geschmack etwas dabei.“
Street-Art gibt’s auch.
Fazit des vorabendlichen Spaziergangs: Der Ort Candidavid ist ein total normaler Vorort von Verona.
Wir sind zurück am Campingplatz. Was könnte der Straßenname wohl bedeuten? Oma-Liese kennt den Begriff „forte“ aus der Musik und „Tomba“ ist der Oma bekannt, seit sie im vergangenen Jahr dem Balkon von Giulietta auf der Spur war und dann plötzlich mit einem großen Fragezeichen in den Augen die Kellerräume betrat, wo Giuliettas Grab zu besichtigen war. Also kombiniert die Oma ganz polyglott: …
Am Abend recherchiert die Oma und staunt nicht schlecht, als sie feststellen muss, dass es bei „Forte Tomba“ um eine einstige Festung von besonderer Widerstandskraft handelt, die mit für Verona typischem Tuffstein eingedeckt worden war.
Man lernt doch immer wieder etwas Neues.
Am Campingplatz ist eine Ameisenkolonie damit befasst, eine Festung im Erdreich zu errichten und benutzt zur Materialbeschaffung den betonstein-gepflasterten Fußgängerweg.