Straßburg

Oma-Liese trifft um 7:00 morgens Reisevorbereitungen: Frühstücksobst für die nächsten Tage muss geschnitten werden, Tomaten, etliche Basilikumsträucher und so manches andere für zehn mal Abendessen wird im Womo platziert und dann fällt auch noch dies und das für eine angenehme Rückkehr im Eigenheim an. Damit alles leichter von der Hand geht, gibt‘s „Die 27ste Stadt“ von Jonathan Franzen auf die Ohren. Der Opa hat noch bis 11:00 Uhr im Büro zu tun, hat aber das Womo in der Früh schon startklar bereitgestellt (Wasser getankt, Kühlbox angeschlossen, WC eingerastet, Campingmöbel eingepackt…)

Um 11:45 Uhr, Omas Digitalequipment befindet sich nun auch an Bord, geht‘s schließlich ab nach Frankreich! Der Stau Richtung Stuttgart wird elegant umfahren, die Baustelle bei Pforzheim ist inzwischen auch schon Geschichte.

Eine kleine Kolonne NSU Prinzen, allesamt aus Niederbayern, sind heute ebenfalls auf großer Fahrt.

Das Navi prophezeit, wir könnten in 52 Minuten Straßburg erreichen. VORFREUDE!

16:45 Uhr: Die Straßenbahn hat uns zügig vom Campingplatz in die Stadtmitte Straßburgs chauffiert.

Place de Kleber

… ist der erste Platz, der uns unter die Füße gerät. Kleber war wohl ein Straßburger General von Bedeutung. Mir erscheint er nicht bedeutend genug, ihn abzulichten und schon gar nicht gegen die Sonne. Also muss seine Rückansicht mitten auf dem Platz für den Blog ausreichend sein.

Der weltweit operierende Fast Food-Riese hat sich in einem recht ansehnlichen Jugendstilgebäude niedergelassen, während das Haus links daneben unter seinen Arkaden fünf Obdachlosen Platz für ihre Matratzen bietet.
Handelskammer
Die Kathedrale

Wir sind spät dran und müssen uns sputen, um noch das Innere der Kathedrale bewundern zu können. Eine knappe Stunde haben wir noch bis zur Schließung zur Verfügung, also erst mal hinein in das Gotteshaus mit dem einstmals höchsten Kirchturm.

Eile ist geboten, denn ein freundlicher Kirchenmann ist frühzeitig damit befasst, Barrieren aufzubauen, um uns besichtigungswütigen Touris den bevorstehenden Dienstschluss im Gotteshaus nahezubringen. Ausgerechnet die astronomische Uhr und den berühmten Engelspfeiler muss der Wächter über den Feierabend als erstes unzugänglich machen.

Apsis
Bezwingt wohl gerade einen Löwen?
Die Kanzel ist gut getarnt. Sandstein in Sandstein.

Die Abendsonne setzt die wundervolle Rosette über dem Münsterportal ins rechte Licht:

Kapelle, den Betenden vorbehalten

Einer freundlichen Frauenstimme obliegt die Aufgabe, die Touristen via Lautsprecher pünktlich aus dem ansonsten von Männern dominierten Gotteshaus hinaus zu komplimentieren.

Oma-Liese hat jetzt reichlich Gelegenheit, allerlei typische Szenen aus dem Alltag eines guten Christenmenschen zu studieren.

Nach all den kunstvoll aufbereiteten Rohheiten aus dem Christentum nehmen wir gerne das Angebot naiv-fröhlichbunter Straßenmalerei zu Füßen des Münsters als Kontrast dankbar an.

Rechtes Seitenportal
Linkes Seitenportal

“I did it my way“ gibt er zum Besten.

Der Weg um die Kathedrale herum hält noch einige Motive bereit.

Jetzt lassen wir uns einfach noch ein wenig durch die Straßen und Gassen Straßburgs treiben. Oma-Liese findet reichlich fotowürdiges in dieser alten Stadt:

Hier liegen sie, die köstlichen Munsterlaibe…

Bedauernswert, dass ausgerechnet zwei so leckere Speisen hier offenbar nicht den kulinarischen Zeitgeist treffen.

Hauswandkunst steht offenbar hoch im Kurs.

Inzwischen sind wir im Gerberviertel angelangt:

Wir sind wieder zurück am Münsterplatz. Allmählich mache wir uns auf den Weg zur Straßenbahn, damit Oma-Liese Fotos sichten und den Beitrag heute noch hochladen kann.

Warum versteckt sie sich denn jetzt? Es wäre sonst ein schönes Motiv gewesen, schade.

Das letzte Foto für heute holt uns zurück in die Realität, die auch schon bei unserem letzten Frankreichbesuch aktuell war. Schwerbewaffnete Soldaten oder Polizisten gehören zum Alltag in diesem Land, das von terroristischen Anschlägen gebeutelt ist.

10. Juni 2022

Nochmal zurück zum Münster!

Schon früher als unsere üblichen Urlaubstage beginnt der heutige Tag. Viel früher! Zum einen war der Plan gestern schnell gefasst, etwas zeitiger aufzustehen, um nochmal zum Münster zurückzukehren, damit wir die astronomische Uhr noch genauer inspizieren können, zum anderen sind wir der Autohupe zum Opfer gefallen, die als Weckruf für die fußballbegeisterte Jugendgruppe gedacht war, die gestern Abend noch ziemlich lange und reichlich ausgelassen was zu feiern hatte.

Also sind wir bei den ersten Münsterbesuchern heute morgen. Und schon gibt’s ein kleines Extra für den Opa obendrauf oder besser gesagt obenrunter…

Homme de fer

Die Straßenbahn fährt uns wieder zur Haltestelle „Place de l’homme de fer“ und wir marschieren wie gestern unseren Weg zur Kathedrale bis:

Uups! Das muss wohl der Marylin-Effekt sein!

Dann der Engelspfeiler und die astronomischen Uhr:

Wer derart zufrieden von der Balustrade herab auf den Engelspfeiler blickt, kann im Grunde ja wohl nur der Baumeister selbst sein.

Die Astronomische Uhr ist die einzige auf der Welt, die ein Zahnrad besitzt, welches eine Anzeige des „Eierns“ der Erdkugel ermöglicht. Das Rädchen steht nämlich genau wie unsere Erde mit ihrer Achse nach all dem Taumeln auf ihrer Bahn nach einem gewissen Zeitraum wieder in der selben Ausgangsposition. Oma-Liese hegt leichte Zweifel, da der Beweis für die Richtigkeit noch aussteht, denn das ganze Manöver der Präzession soll 28.000 Jahre dauern.

Nachdem nun alles genauestes fototechnisch dokumentiert ist, sind es nur noch ein paar Minuten, bis die Uhr zur halben Stunde schlagen soll. Wir warten, inzwischen gemeinsam mit mehreren Schulklassen und andern Zeitbegeisterten, bis das Spektakel beginnt:

Was war jetzt genau? Das kleine weiße Engelchen hat dem Tod auf seine Glocken geschlagen und ist einmal von rechts nach links an ihm vorbeigezogen. Der Schlawiner.

Wer das Spektakel gerne ansehen möchte, kann das Video anklicken:

Wo wir schon mal hier sind: noch ein letzter Blick hinauf zur Schwalbennestorgel

… und natürlich zur prachtvollen Fensterrose.

Die Warnung kann ja gar nicht für uns gedacht sein! Wir sind ja inzwischen mit neuen Personalausweisen und Geldkarten ausgestattet und der etwas größere Schreck ist jetzt auch überwunden, zum Glück! Wo das passiert ist? In Rom in der Metro zum Colloseum oder im Bahnhof an der antiken Spiel- und Kampfstätte. Die Polizeibeamten waren bei unserer Anzeige jedenfalls nicht sehr überrascht.

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San Gimignano

Auf der Rückreise war uns das Manhattan des Mittelalters einen Abstecher wert.

Die letzte Nacht verbringen wir wieder am Kalterer See. Mangelhafte Internetverbindung hindert mich leider mal wieder am Hochladen der Fotos.

Zurück in der Heimat kann der letzte Beitrag des Urlaubs vervollständigt werden.

San Gimignano. Schon beim ersten Anblick erklärt sich der Vergleich mit Manhattan auf Anhieb.

Um das Jahr 1300 existierten rund 70 Wohntürme im kleinen Städtchen in der Toscana. Die vornehmen Geschlechter des Ortes wetteiferten gegeneinander, was die Höhe ihrer Wohntürme betraf. Dieser Streit und auch die Pest setzten der Blüte der Stadt ein Ende, woraufhin man sich mit Florenz zusammen geschlossen hat. Die Florentiner hatten aber nicht wirklich Interesse an der kleinen Ortschaft, was den Verfall von San Gimignano bedeuteten sollte. Erst in der heutigen vom Tourismus geprägten Zeit blüht das Städtchen gerade deswegen wieder auf, weil man hier eine Stadt aus dem 14. Jahrhundert vorfindet, so wie sie damals zurückgeblieben war.

Noch zwei solcher Folter-Museen finden wir im kleinen Ort.

Torre, Torre, Torre. Überall stehen sie herum.

Hübsch anzuschauen, das Städtchen. Der Tourismus blüht. Man kann shoppen, schlemmen, Selfies schießen, den Aussichtspunkt aufsuchen und wieder abziehen.

Wir sind wieder raus aus der Stadt. Jetzt noch 25 Minuten Fußmarsch zum Womo-Parkplatz und dann geht’s Richtung Heimat.

Hier schließt sich der Kreis. Eines der ersten Bilder in Italien zeigt auch eine kleine grüne Eidechse.

Knappe 3.000 Kilometer reicher ist der Kilometerzähler unseres Womos, unzählige Eindrücke können wir verbuchen.

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Orvieto

… alles andere folgt.

Wir stehen wieder in Siena. Diesmal ist hier kein Verlass auf die Internetverbindung. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Zumindest da sind wir uns in Europa einig!

Zwei Tage später, wieder zuhause. Beste, konstante Internetbedingungen 🙂

Nun aber zurück nach Orvieto!

Funicolare befördert uns steil hinauf zur Stadt. Faszinierend ist der Wasserballast-Antrieb, der die Waggons auf Schienen mit Seilen zieht, bzw. hinablässt. Dazu sind zwei Waggons unterwegs: der eine wird hinaufgezogen, während der andere gleichzeitig bergab gelassen wird. Genau auf halbem Weg treffen sich beide Bahnen.

Wir steigen also ein und lassen uns von der ruhigenmotorlosen Fahrt überzeugen.

Oben erwartet uns zunächst eine Burganlage oder das, was davon übrig ist.

Wer hat den Geißbock verschmiert?

Im Städtchen findet ein kleiner Markt statt. Es wird allerhand Kunsthandwerk feil geboten und viele Läden haben auch ihre Türen geöffnet. Ganz wie zuhause 😉

Eine reizvolles, mittelalterliches Städtchen liegt da oben auf dem Hügel in Umbrien.

Was aber den Ort vor allem auszeichnet ist der Dom.

Zu erreichen ist er nur durch schmale Gässchen, um sich plötzlich in voller Pracht und Größe in die Höhe zu erheben.

Kleine lehrreiche Geschichte am Rande:

Es ist Sonntag, wir planen, mit einer etwas anderen Bergbahn zu fahren und einen Dom zu besichtigen. Da brauchen wir nicht viel Geld einstecken. Die Wetter-App erzählt zwar irgendetwas von Sturm und Regen aber als wir das Womo im Tal abstellen herrschen warme Temperaturen und es ist windstill und sonnig. Wir brauchen also keine Jacke anzuziehen, ein T-Shirt ist genau das richtige Kleidungsstück.

Aber ist da ja überraschenderweise dieser Markt. Und die Läden haben geöffnet. Und Oma-Liese und der Opa auch finden durchaus kaufenswerte Objekte.

Klar lässt sich da der Opa nochmal mit der Bahn nach unten gleiten, um für Liquidität zu sorgen und er lässt dich auch wieder nach oben ziehen. Alles in allem nimmt das eine Zeitspanne von ca. 45 Minuten in Anspruch. Die Oma-Liese kann ja schon mal zum Dom spazieren, um dort ihrem Fotowahn zu frönen. Tut sie auch. Bisschen Kleingeld hat sie ja dabei, für eine Opferkerze oder so. Oder für die Toilette.

Oma-Liese fotografiert mal wieder alle Details, die sie jemals in 50 Jahren in ihrem Blog wieder finden möchte.

Dann kommt plötzlich Wind auf. Ordentlich kräftig. Die Sonne ist weg. Oma-Liese friert. Die Wetter-App hat zugeschlagen. Der Dom kann helfen. Oh! Eintritt wird verlangt. Nur von Touristen und nur von April bis irgendwann Ende Sommer. Haben wir das je in Italien erlebt? Nie! Nicht einmal im Petersdom! Typisch katholische Kirche!

Oma-Liese versteckt sich in den schmalen Gässchen und beschäftigt sich mit Schaufensterbeobachtungen, sie fotografiert so dies und das, als endlich der Opa in Sicht kommt. Und er hat der Oma auch ein Jäckchen mitgebracht und außerdem einen Regenschirm im Rucksack.

Sturm wie Regen treiben uns schleunigst in dem Dom.

Ein geräumiges Taufbecken fällt auf und die überdimensionierten Apostel, die uns schon des Öfteren in den vergangenen zwei Wochen in Italien in Auge stachen.

Die Seitenfenster bestehen im Wechsel entweder ganz oder von unten bis ca. zur Mitte aus dünn geschnittenem Marmor. Der obere Teil ist wie üblich Glaskunst.

Das besondere am Dom ist eine der Kapellen, weil sich dort Michelangelo Anregungen oder Bestätigungen für die Bemalung der Sixtinischen Kapelle geholt haben soll.

Was genau mag sich der große Meister da wohl zum Vorbild genommen und eingehend studiert haben?

Vielleicht wollte Michelangelo einen Beweis dafür, dass man ein Deckengewölbe bemalen kann…

oder…

und…

Ich bin mir sicher, er war den nackten Tatsachen auf der Spur!

Heilige Jungfrau Maria!

Oder hat er sich etwa mit den äußerst friedvollen Szenen der Kirchenmalerei beschäftigt?

Nichts wie weg! Wo ist der Ausgang?

Altar des Domes
Eselchen an der Kanzel

Darunter geht’s erfahrungsgemäß hinaus!

Wer die Apostel genauer kennen lernen möchte: (Anklicken zum Vergrößern)

Und aus welcher Zeit stammen sie?

Der Regen hat die anderen Touris fast weggespült und wir können endlich ein wenig Geld in Umlauf bringen.

Dann genießen wir noch die Rückfahrt mit der Bahn. Den Brunnen, mit dem die Anlage betrieben wird, können wir leider nicht mehr besichtigen. Die Warteschlange ist einfach zu lang für unseren Geschmack.

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Nur 93 Fotos

Santa Maria Maggiore

– die erste der Jungfrau Maria geweihte Kirche.

Battistero

Benedicto XIII scheint unzufrieden und übellaunig oder hat ein Magenleiden…

Wer macht denn da ein Selfie?

!!!

Augustus

Traian
Caesars Wohnhaus
und gleichzeitig die Stelle, an der er von Brutus ermordet wurde.

Carcer Tullianum

Petrus war in diesem Gefängnis, das schon seit 600 v. Chr. bestand, vor seiner Kreuzigung gefangen gehalten worden.

Zweit Treppen steigen wir hinunter in die Dunkelheit, bis wir die Zelle erreichen.

Hier unten ist es kalt und ohne die elektrische Beleuchtung stockdunkel. Die Treppe gab es damals nicht. Die Gefangenen wurden durch das Loch in der Decke in das Verlies geworfen. Heute finden Münzen und Scheine ihren Weg auf den Grund.

Ein Stockwerk weiter oben sind an den Wänden Reste von Fresken zu sehen

Petrus Kopf soll an dieser Stelle gegen die Mauer gestoßen worden sein. Der Abdruck seines Gesichts soll heute noch zu erkennen sein.

Modell des Gefängnisses

Buchführung

Capitol – Regierungszentrum damals, heute Rathaus

Piazza del Campidoglio, gestaltet von Michelangelo
Marc Aurel, ca. 160 n.Chr., stand vorher vermutlich auf dem Lateranhügel
Monumento Vittorio Emanuele II, Altar des Vaterlandes

Traian-Säule

Ursprünglich stand Traian auf der Säule bis im Mittelalter Papst Sixtus der soundsovielte den Kaiser einschmelzen und zu Petrus umgießen ließ.

Zeit für ein Päuschen!

Wir wissen inzwischen, wo es da beste Gelato in ganz Rom gibt.

Zeit für einen Ratespaß!

Wo sind wir?

Noch ein Tipp:

Wir quälen uns durch samstagsvolle Gassen…

und stehen plötzlich vor dem

Pantheon

Das Pantheon hat doch tatsächlich ein Loch in der Kuppel!

Hier liegt Vittorio Emanuele, der 1. König von Italien begraben. Ihm gelang es, das Land wieder zu einigen.

Grabmal von Umberto I., 2. König Italiens
Raffael liegt rechts neben Umberto I.

Wir ziehen weiter zum zweitschönsten Brunnen, Fontana dei Quattro Fiumi auf der Piazza Navone. Geschaffen hat den Brunnen Bernini, Michelangelo hatte seine Finger bei der Gestaltung des Platzes im Spiel. Vorher war dort ein Stadion für Wagenrennen, das bereits Caesar hatte bauen lassen.

Für einen Neptunbrunnen ist immer Platz, auch wenn im Zentrum schon ein anderes Wasserspiel steht.

Letzte Station für uns in Rom:

Engelsburg

Nur von außen schauen. Nicht mehr hineingehen. Wir haben genug gesehen.

Der Petersdom liegt nicht sooo weit entfernt, musste doch der Pontifex Maximus im Notfall den Fluchtweg zur Engelsburg nehmen.

Rätselauflösung:

Am alleraller schönsten Brunnen in Rom gibt’s also das beste Eis in ganz Rom, ja in ganz Italien und Europa und auf dem ganzen Erdkreis!

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Regentag = Kirchentag in Rom

Lateran

An der Porta Asinaria tauchen wir aus der Unterwelt auf und beginnen den Regentag mit der Laterankirche.

Vor der Laterankirche sind die Bühnen- und Zeltbauer noch mit Abbau der österlichen Gottesdienstaufbauten beschäftigt.

Laterankirche
Scala Santa
Porta Sancta

Der wunderschöne Steinboden sticht sofort ins Auge. Er erstreckt sich durch das gesamte Kirchenschiff.

Die Apostel stehen links und rechts an den Seiten des Mittelschiffs.

Der Kreuzgang ist besonders schön!

Altar von Maria Magdalena
Portal der Laterankirche

Scala Santa

Sancta Sanctorum, Papstkapelle:

1500 Jahre alte Tür
Heilige Treppe

Über diese Treppe soll Jesus in Jerusalem zu seiner Verhandlung gegangen sein.

Unterwegs zur Battistero…

Battistero
Obelisc

Neros Wohnsitz

Forum Romanum

San Pietro in Vincoli

Die Ketten, mit denen Petrus vor seiner Kreuzigung gefesselt war.
Michelangelos Moses

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Colosseum

Wieder online einen Termin gebucht. Wieder um 11:30 Uhr. Diesmal Schaubühne der Christenverfolgung, das Colosseum in Rom.

Am Triumphbogen Kaiser Konstantin des Großen müssen wir zunächst vorbei, um die Kampfstätte betreten zu können.

Gibt es eigentlich auch ein Wesen, das Blinde heißt? Oder Lahme? Gut, die Ente hat einen Beinamen. Ist der Name Taube in der heutigen Zeit überhaupt noch zulässig? Wehrt euch, ihr Tauben!

Was liegt auf der Schutzabdeckung in der Sonne und lockt womöglich bald durch intensive Geruchsentwicklung beharrlich kreisende Möwen an?

Immer schwerwiegende Worte zu verkünden.

Einer wichtiger als der andere. Römer eben.

Mit einem sicheren Gefühl für eine Redepause. Den Gegner bedeutsam schmoren lassen.

Im richtigen Moment ein vernichtender Blick.

Ruhe bewahren.

Probleme in aller Gelassenheit ausbrüten.

Überlegenheit ausstrahlen.

Deutlich ist Soundcheck zu hören. Was ist wohl demnächst geboten? Google orakelt nichts dazu. Verflixt!

Spätesten jetzt wird klar, wer die Imperatoren unserer Zeit über die antiken Mauern sind.

Herrschaft pflegen.

Überlegenheit demonstrieren.

Sicherheit ausstrahlen.

Noch Fragen?

Seit ihrer Ankunft in Rom beschäftigt Oma-Liese die Frage nach der Bezeichnung der Pflanze, die überall so üppig violett blüht. Jetzt bekommt sie endlich Antwort:

Womöglich Aprikosen? Oder Pfirsiche?

Der Lateran lockt in der Ferne.

Für heute haben wir genug Ruinen gesehen. Lust auf Leben in der Stadt kommt auf.

Aber was müssen wir feststellen?

Die Lichter gehen schon aus!

Die Presse versammelt sich vor dem Hotel am Forum Romanum. Oma-Lieses Kamera wittert Promiluft!!! Da muss der Opa jetzt durch!!!!!

Wir warten. Und machen uns Gedanken. Welche Stars könnten wohl im Circus Maximus den Soundcheck gemacht haben? Welche Filme laufen in den Kinos an? Was stelzt auf welchen Laufstegen auf und ab? Fragen, Fragen, Fragen!!!

Oma-Liese muss Zeit überbrücken und ist auf der Suche nach Objekten.

Endlich mal die Gelegenheit, einen der grünen Schreihälse vor die Linse zu bekommen.

Papageien und Paparazzi…

Wir warten beharrlich fast eine Stunde und es tut sich NICHTS!

Der Opa hat inzwischen Detektivarbeit geleistet und herausgefunden: Man wartet auf Beppe Grillo. Er ist der Gründer und Vorsitzende der Fünf-Sterne-Bewegung, momentan stärkste Partei im Land.

Ein hartes Geschäft für Journalisten, wie wir feststellen können: Warten. Warten. Warten.

Zwei der Kollegen testen den Standort von Oma-Liese, die sich etwas oberhalb des Geschehens einen guten Aussichtspunkt sichern konnte.

Doch dann plötzlich!!!:

Hat Grillo sein Double vorausgeschickt? Nein!

Doch! Er beschreitet den Roten Teppich!

Grillo selbst tritt heute nicht mehr vor die Kameras, wir können getrost abziehen.

Hier noch die Auflösung vom Rätsel:

Es handelt sich um den Colosseumstiger. Keine Sorge, er wurde nicht tödlich geschlagen, nach Opa-Lieses Beobachtungen bewegt er sich hin und wieder im Schlaf.

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Vatikan

Vatikanische Museen

Die Karten sind online vorbestellt. Unser Eintrittsfenster beginnt um 11:30 Uhr. Nach gründlicher Sicherheitskontrolle sind wir tatsächlich in den Vatikanischen Museen angekommen. Alles sehr professionell organisiert, sodass wir trotz der riesigen Menschenmenge sehr zügig vorankommen.

Die erste Station ist eine Terrasse, von der aus wir schon mal hinüber zur Kuppel des Petersdomes sehen können.

Nach einem kurzen Aufenthalt in einem Vorhof geht’s hinein in die Museen mit Sammlungen unvorstellbaren Ausmaßes. Von allem viel. Zu viel.

Blick über Rom
Laocoon-Gruppe

Platzmangel im Vatikan. Die Figuren müssen schon gestapelt werden.

Das Rindvieh trägt noch sein stolzes Haupt,

während von ihm nur noch ein ansehnliches Stück Steak übrig ist.

Jetzt in eine Sammlung mit Wandteppichen…

ein Beispiel muss genügen:

Jesus in Emmaus, Wandteppich

Es folgt die Kartensammlung

endlos langer Kartensaal

Danach würden wir gerne hinaus ins Freie, aber man lässt uns ungern gehen. Wir sollen noch an Buch- und Souvenierständen, Cafeterias und Imbissen vorbeigeschleust werden, damit wir konsumieren.

Zwei prachtvolle Decken

Chagall, Dali, Matisse & Co.

Henri Matisse, Vetrato della navata, 1949
Henri Matisse
Henri Matisse, La Vierge à l’Enfant
Henri Matisse, Vetrato del coro, 1949
Henri Matisse, Crucifix, 1951
Ernst Barlach, Monks reading III, 1932
Ernst Ludwig Kirchner, The lake of Constance seen from Kreuzlingen, 1917
Gabriele Münter, Still life with devotional corner, 1909 – 1910
Max Ernst, Crucifix, 1914
Otto Dix, Christ ans St. Veronica, 1943
Otto Dix
Karl Schmidt-Rottluff, Prayer, 1918
Paul Klee
Paul Klee
Marc Chagall, Chist and the painter – the artist and his Model, 1951 (links), Jacob’s Dream, 1977 (rechts)
Marc Chagall, Red Pieta, 1956 (links), Crucifix between God and the Devil, 1943 (rechts)
Lyonel Feininger
Salvador Dalì, Figueras 1904 – 1989, Soft Monster in Angelic Landscape, 1977
Salvador Dalì, Figueras 1904 – 1989, Crucifixion, 1954
Salvador Dalì, Fugueras 1904 – 1989, The Trinity, 1960
Francis Bacon, Dublino 1909 – Madrid 1992, Study for Pope II, 1961
Jacob Epstein, New York 1880 – Londra 1959, Madonna with Child, 1950
Arnaldo Pomodoro, Studies for the „Door of the Kings“ in Cefalù Cathedral, 1997 – 1998

Petersplatz

oben rechts Papst Franziskus Wohnung

Der eine hat einen Vogel,

der nächste verkleidet sich als solcher.

Petersdom

Michelangelos‘ Pieta
Christina von Schweden
Größenvergleich Kölner Dom

Blick von der Marke aus nach vorne

und nach hinten

Petrus‘ Grab

Apsis

Petrus‘ Kreuzigung
Taufbecken

Hier wurde Karl der Große gekrönt, Porphyr, Stein der Herrscher

Timothy Paul Schmalz, 2019

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Roma

Jede Menge Platz hat unser Womo auf seinem Stellplatz in Rom. Ein eigener Baum macht es möglich, uns vollsonnig oder schattig zum Frühstück niederlassen zu können.

In Ercolano hätten sicher drei Womos Platz auf dieser Parzelle gefunden.

Ein kleiner grüner Schreihals hat die Begrüßung übernommen. Mal sehen, ob ich ihn vielleicht morgen ablichten kann.

Nach einer wegen hohen Verkehrsaufkommens länger geratenen Anreise als geplant machen wir uns gleich mal auf in die Innenstadt, um uns einen groben Überblick zu verschaffen.

Das erste Motiv, das wir antreffen:

Fontana di Tritone auf der Piazza Barberini

Ein paar Schritte durch die Gassen vorbei an etlichen Kirchen und schon stehen wir vor dem Palast des Präsidenten.

Erbaut im Jahr 1574 von Papst Gregor XIII. , dem die Luft oben am Quirinal, dem höchsten Hügel Roms mit 61 Metern Höhe mehr zusagte als unten am Tiber. Bernini sorgte für eine dem Papst angenehme Optik des Platzes.

Der Blick zum Petersdom war wohl auch nicht ganz nebensächlich bei der Wahl des Grundstücks.

Inzwischen sind wir unterwegs zum…

Trevi Brunnen

Wie erwartet viele Menschen, die genau wie Oma-Liese ihr Foto schießen wollen.

Mal sehen, ob es dafür nicht noch ein besseres Plätzchen gibt…

Schon sind nicht mehr so viele störende Köpfe vor dem begehrten Motiv.

Weiter zu Marc Aurel. In seine Säule sind spiralförmig Alltagsszenen aus dem Soldatenleben eingemeißelt. Innen sind die Marmorblöcke hohl und so kann die Säule über eine Treppe bestiegen werden (aber nicht vom touristischen Publikum). 180 n. Chr. wurde sie errichtet, im 16. Jhdt. wurde von Papst Sixtus V. der Apostel Paulus oben auf die militärische Säule gestellt.

Wenige Piazzas weiter steht schon wieder eine Säule. Den Namen finden wir nicht heraus, vermutlich handelt es sich um eine Mariensäule.

Ein Ziel haben wir heute noch:

Wer findet die Oma-Liese auf der Spanischen Treppe?

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Napoli

… klingt mir zu liebevoll.

Neapel

… beschreibt den Zustand der Stadt besser.

Übersicht:

Castell Capuano, Rückseite
Porta Capuana
Castell Capuano, Vorderseite, normannischer Herrschersitz
rechts Marienaltar, links maroder Staßenzug
Pestsäule, Piazza San Domenico

Dom

Seitenkapelle, Sankt Januarius, Bischof und Märtyrer um 300 n. Chr.

Auf dem Altar stehen zwei Gefäße mit Blut von Januarius, das sich zwei mal im Jahr verflüssigt, nämlich im Mai und im September. Folge: Prozession. Januarius wird umhergetragen, genauer gesagt durch die Stadt. Eigentlich nur sein Kopf. Das Blut? Bleibt vermutlich verflüssigt stehen.

andere Seitenkapelle: Lager mit Hl. Reliquien

Kassettendecke vor dem Altarraum

Der Boden ist sehenswert aber leider nicht touristenfrei abzulichten. Wir sind in wenigen Momenten auch auf den kunstvollen Fliesen unterwegs.

Januarius‘ Knochen schauen oben aus dem Tongefäß malerisch heraus.
Ein Papst mit viel zu viel Stoffgewurschtel, Januarius anbetend.
Materiealverschwendung

Übrigens: Die Riegel an den Damentoiletten fehlen!!! Und zwar an allen drei.

San Lorenzo

Gotische Kirche.

Zwölf dieser Bodenfenster geben Einblick in den Mosaikboden, der hier ursprünglich ca. 40 cm weiter unten verlegt war.

Via Gregorio Armeno

Tradition hat die Krippenbauerstraße mit ihren Handwerkern, die Figürchen formen. Heute erscheint mir die Straße als reine Touristenfalle. Die Chiesa San Gregorio wollten wir gerne noch besichtigen, allerdings war vor lauter Händlern und Wichtigtuern kein Eingang auszumachen.

Krippenfiguren…

sind wohl…

offensichtlich…

eher…

in der Minderheit!

Meines Erachtens der einzige Kunsthandwerker unter all den Abzockern

Licht-Blick in eine Seitenstraße
Pestsäule, Piazza del Gesu Nouvo

Es soll noch mehr Pestsäulen in der Stadt geben.

Piazza Municizipio, der angeblich schönste Platz Neapels
Neptunbrunnen
Warum fahren Kreuzfahrtschiffe eigentlich so eine heruntergekommene Stadt überhaupt noch an?
Castel Nuovo
Fährhafen. Einzige Möglichkeit, mal direkt ans Wasser zu gelangen, bis sofort zwei Securities dafür sorgen, dass neugierige Touristen wieder von hier verschwinden.
Castel Nuovo, Rückseite
Castel Sant Elmo
Zur Abwechslung mal was schönes.
Verfall
Verfall
Verfall
Verfall mit Anbetung
Verfall

Freiwillig werden wir diese schmutzige, dem Verfall preisgegebene Stadt sicher nicht mehr besuchen. Würde mich nicht wundern, bald mal in den Nachrichten zu hören, dass ganze Straßenzüge einfach in sich zusammengefallen sind. In so einem Fall ruft man wahrscheinlich einfach die Maria Maggiore um Hilfe und Gnade an.

Beinahe kaum zu glauben, warum sich von hier nicht regelmäßig neue Seuchen über die Menschheit ausbreiten, bei dem ganzen Müll und Dreck und Hundekot auf den Straßen. Wer nicht Gefahr laufen will, in Kot zu treten, geht am Besten mitten auf der Straße, was hier keinen Autofahrer stört, weil es die Normalität ist, hier im Süden Europas.

Häuser, in denen sich keine Fenster mehr befinden und doch noch Balkone zu sehen sind, von denen aus Wäsche aufgehängt wird, lassen erahnen, in welcher Armut Menschen hier hausen. In Europa. In der EU.

Das war der Ostermontag. Schusssalven sind übrigens immer noch zu hören.

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