Bayerischer Wald, nächste Runde: Ruine Weißenstein

Schon wieder zieht es uns an den östlichen Rand Bayerns. Reichlich Reiseverkehr in beiden Richtungen, auffallend viele WOMOs – eigener Herd ist Goldes wert! 😉

Station machen werden wir an der Ruine Weißenstein bei Regen. Ich hoffe auf viele Motive für die Kamera.

Gelandet! Burg, Kapelle, gläserner Wald und das fressende Haus sind alle dicht beieinander gelegen. Bewegung sollten wir also noch gesondert einplanen.

Die Dorfkapelle bietet sich an erster Stelle an. Auffällig sind die Totenbretter an der Fassade.

Auf den neueren sind fromme Sprüche zu lesen, die älteren sind so verwittert, dass die Schrift nicht mehr erkennbar ist. Schade, vielleicht wäre doch mal ein etwas deftigerer Abschiedsgruß zu lesen gewesen.

Das kleine Portal ist verschlossen, aber durch das Glasfenster ist ein Blick erlaubt.

Inzwischen ist das Gewitter, das wir schon vor Stunden in der Heimat getobt haben muss, hier in Lackenhäuser angekommen, wodurch ich beim Einfügen der Fotos für den Blog ausgebremst werde, ich bin also sozusagen „blogiert“. Na, dann dauert’s halt jetzt ein bisschen länger oder muss ich muss eben morgen nacharbeiten.

Wenden wir uns also der Burgruine Weißenstein zu:

Einen Moment noch innehalten! Der Schnupfer-Club hat unterhalb der Ruine seine Totenbretter angebracht:

So fertig, jetzt zur Ruine:

Der Keller darf wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden.

Eine nicht allzu steile Treppe führt uns sicher zu den Resten des Bauwerks, das auf dem Pfahl errichtet wurde – der Pfahl besteht aus Quarz und durchzieht den Bayerischen Wald beinahe geradlinig auf etwa 150 Kilometern.

Die Mauerreste stabilisieren sich gegenseitig mit Stahlseilen.

Eine Besteigung des Turms ist in dieser Saison leider nicht möglich. Warum wohl?…

Das war’s schon. Mal sehen, ob es hintenrum noch was zu entdecken gibt.

Der Anblick der Südseite lässt erahnen, warum dieser Ort für eine Burg damals ausgewählt worden ist. Hoch oben auf dem steil ansteigenden Pfahl thronend, scheint sie beinahe uneinnehmbar zu sein.

Unterhalb wird ein sehr kleines landwirtschaftliches Anwesen betrieben. Die Stalltür muss provisorisch gestützt werden, weshalb die Rinder wohl vorübergehend die Garage beschlagnahmt halten.

Wegen der Frisuren der Damen links und in der Bildmitte gibt’s gleich noch ein Foto:

Am Gasthof legt eine Reitergruppe ein Päuschen ein. Beschauliches Landleben…

Letzte Zweifel über den Ursprung des Namens der Burg sind jetzt endgültig ausgeräumt.

Und schon ist Schluss mit der ländlichen Beschaulichkeit: Blutspuren am Fels! Ein Unglück, ein Verbrechen gar? Eine Leiche liegt hier jedenfalls nicht im Dickicht. Wurde vermutlich schon weggeschafft…

Kaum zu erkennen ist das Gipfelkreuz oben hinter den Baumstämmen, das von der Sonne grell beschienen wird.

Auf dem Rückweg zum Bauernhof erwischen wir die Freizeit-Landwirtin bei der Arbeit. Kein Wunder, dass die Kühe sich einen anderen Unterschlupf gesucht haben…

Das fressende Haus

Die Brücke über die Straße scheint stark baufällig zu sein. Da aber PKWs und Motorräder munter durchfahren, wird das Provisorium schon nicht gerade jetzt einstürzen?

Und dann wird doch noch ein Hauch von Information über den Pfahl nachgereicht. Danke!

Hinauf geht’s in den Gläsernen Wald:

Wir geben heute mal die Kulturbanausen und verzichten auf eine Besichtigung im fressenden Haus.

Weil sich gerade die Sonne die Ehre gibt, wird noch einmal derselbe Baum strapaziert:

Materialwechsel. Zeit für einen echten Baum aus Holz und Rinde oder das was davon übrig geblieben ist:

Ich nehme mal an, das die Fällung des einst mächtigen Baumes notwendig war. Zumindest wurde dem Baum ein Denkmal gesetzt.

Nach Knopf- und Kabelkunst treten wir die Weiterreise an…

… und treffen nach einigen Kilometern auf die Reitertruppe vom Gasthof unterhalb der Burgruine.

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Ungleiche Gegner

29,7°C, hohe Luftfeuchtigkeit. Wenig Action im Garten. Nur auf einem Melonenblatt ist was im Gange.

„Wie wär’s mit einem Schneckenrennen? Ich frag‘ mal!“

„OK, bin in Startposition!“

„Du bist auch dabei! Klar?“

„Und los!“

„Bin schneller!“

„Musste nochmal kurz zurück…“

„Die Wassermelone hat ganz klar verloren!“

Am frühen Abend nutzen Ballonfahrer den warmen Sommerabend.

Wir bleiben mit unserem Feuerchen am späteren Abend am Boden und lassen uns erst vom Gewitterregen vertreiben.

Oma-Liese verspürt am späteren Abend noch den Drang, weitere Funken einzufangen und liefert jetzt einige tanzende Flammen nach – wen’s langweilt, der kann ja alternativ zu einem guten Buch greifen oder einer anderen erbaulichen Beschäftigung nachgehen 😉

Das war’s!

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Baumwipfelpfad

In den Baumwipfeln beginnen wir den letzten Tag unserer kleinen Reise.

Unterwegs gilt es, einige Hindernisse zu überwinden und Informationen rund um das Thema Wald zu sammeln.

Einfach nur die spektakuläre Aussicht zu genießen ist auch erlaubt.

Am Ende des Baumwipfelpfades geht’s noch hoch ins Ei, wo man dann tatsächlich über den Wipfeln die Aussicht in die Ferne auf sich wirken lassen kann.

Aber auch die gewaltige Konstruktion an sich hat ihre Reize.

Der Lusen mit seinem steinigen Gipfel

Wieder unten angekommen, stehen nochmal einige Pfade für Lernwillige im Angebot: Felsenpfad, Kräuterpfad, …

Oma-Liese macht noch ein paar Aufnahmen vom Ei:

… und danach setzten wir die Reise nach Frauenau fort, wo ein schöner Spielplatz, Kunst aus Glas und käufliches Glas warten.

Four Working Kids.

Scheint in Frauenau ein größeres Problem zu sein.

Der Mondvogel spaziert im Raupenkostüm durchs Bild

Durch Baumwipfel gewandert, Kunst erlebt, auf dem Spielplatz ausgetobt, Glas gekauft. Alles erledigt. Ein perfekter Abschluss unserer Reise!

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Finsterau, Kontrollbesuch nach einem Jahr

Das Datum stimmt nicht! Wir waren am 8. August in Finsterau. Der Blog machte Probleme, weshalb sich die Veröffentlichung verzögert hat.

Am 9. August war Familientag. Da gibt’s keine Fotos.

Ja, stimmt: Vor beinahe genau einem Jahr waren wir hier im Freilichtmuseum Finsterau schon einmal, aber eben ohne Oma-Lieses Tochter und Enkelkindern. Jetzt könnte man denken, was haben denn eine Zweijährige und ein drei Monate altes Baby von einem Besuch im Freilichtmuseum? Es gibt dort eben auch einen SPIELPLATZ!!! und eine Menge Seltsames aus alten Zeiten, z.B. viel zu niedrige Türstöcke, durch die der Opa-Liese dirigiert werden muss von der kleinen Kraxenritterin auf dem Rücken, damit die beiden Köpfe ohne Beulen aus den alten Bauernhäusern herauskommen.

„Du kannst die Maske wieder abnehmen und die Oma auch!“ ist ebenfalls so ein Hinweis, auf den sich die kleine Madame spezialisiert hat. Oder: „Steck die Maske wieder in die Hosentasche!“ genauso wie: „Hast du deine Klammer auch wieder mitgenommen?“ (Jeder Besucher hat eine Wäscheklammer, die er an einer Schnur an jedem Hauseingang anklipsen muss zum Zeichen für die nächsten Besucher, wie viele Menschen sich schon im Haus befinden. Eine sinnvolle Corona-Maßnahme – wenn sich dann jeder daran halten würde!)

Und da wir vor einem Jahr schon einmal hier waren, beschränke ich mich bei den Fotos darauf, einige Besonderheiten zu zeigen, die mir ins Auge stechen. Dem aufmerksamen Blog-Beobachter wird allerdings auffallen, dass es die Bilder zum Teil tatsächlich schon genau so gibt. Haben sie mich wohl damals schon genauso beeindruckt!

Achtung! Zur Abwechslung gibt’s jetzt mal ein Rätsel:

Was könnte das wohl sein?

Hier noch ein Detail:

Klar, das kann man jetzt noch nicht wirklich erkennen… Jetzt kommt der entscheidende Hinweis:

Die Auflösung:

Neeeeiiiiiin! Es handelt sich nicht um einen Schwan, wie ein ca. 12- und 13-jähriges Geschwisterpäärchen (oder heißt es -pärchen – uups, gleich noch ein Quiz!) gemutmaßt hat.

Nach der Besichtigung des Granitstalls:

Ruhe im Straußengehege!

Und noch mehr Tiere…

Achtung: Wer findet gleich ein Foto, das es genauso schon auf dem Blog gibt?

Wir betreten das Wohnhaus eines mutmaßlichen Massenmörders:

Noch ein Rätsel:

Was wird auf dem Dörrboden getrocknet?

Langer Stängel, kleine blaue Blüte?

Lein wird hier angebaut und getrocknet.

Himbeeren müssen nicht kultiviert werden, sie wuchern überall.

Hier in Finsterau ist sogar noch eine sehr alte Hühnerrasse zu finden: der vierbeinige Hahn gibt eine Kostprobe seiner Stimmgewalt.

Alles nur Fake News! Macht nix, trotzdem ein stolzer Gockel!

Auf diesem Gehöft wohnt der amtierende Bayerische Meister im Sichelzielweitwurf.

Macht alles einen sehr romantischen Eindruck. Man könnte beinahe vergessen, dass jeder Tag damals voller Mühsal für die Menschen war.

Ein Balkon an der Türe im ersten Stockwerk wäre durchaus von Vorteil.

Bodenfliesen

Was im Freilichtmuseum in Finsterau auffällt: es findet sich kein Staub auf den Ausstellungsstücken. Alles ist sehr gut gepflegt und liebevoll zusammengestellt.

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Dreisessel mit Schuhgröße 24

Da wir diesmal mit sehr kleinen Wanderern auf dem Dreisessel unterwegs sind, ist der Startpunkt heute mal nicht unten am Campingplatz, sondern es geht oben am Wanderparkplatz los.

Die meisten Wanderbegeisterten sparen sich ohnehin den Aufstieg zu Fuß.

Der erste sonnige Tag seit langem zieht viele Menschen auf den Dreisessel. Der Dreisesselfels ist jedenfalls reichlich gut besetzt mit Gipfelstürmern, sodass wir uns zunächst am Kamm entlang hinüber zum Dreiländereck aufmachen. Mal sehen, wie weit wir kommen. Für den Abend ist nämlich Gewitter prognostiziert.

Unsere Begleiter sind mal wieder Schmetterlinge und Blaubeeren in Hülle und Fülle.

Mit superbequemen Wanderschuhen können auch die Kleinsten schon stolz über riesengroße Felsen wandern und dabei jede Menge Vergnügen haben.

Blick zurück zum Dreisessel
Die Dreisesselameise
Das Dreisesselheupferd

Kleine, müde Wanderer finden beim Opa einen komfortablen Sitzplatz in der Kraxe und können sorglos einen erholsamen Mittagschlaf halten.

Noch viel kleinerer Wanderer bevorzugen von vornherein den gemütlichen Wandersitz bei der Mama.

Vorsicht Staatsgrenze!

Wir erreichen den Tschechischen Gipfel am Dreisessel. Dort ist das Gelände auf einem kurzen Stück derart unwegsam, dass der Opa-Liese aus Sorge um die kostbare Fracht auf seinem Rücken lieber nicht mehr weitergehen möchte. Also kehren wir um und verzichten auf das letzte Stückchen Weges bis zum Dreiländereck.

Diesmal Blick nach vorn zum Dreisessel 😉

Es gibt viele Möglichkeiten das Dreisesselhaus zu erreichen.

Bis zum Gipfelkreuz sind noch 800 m zurückzulegen.

Kapelle unterhalb des Gipfels

Zeit, um wieder zurück zum Parkplatz zu gehen. Ein herrlicher Tag für geübte Wanderer und für Neueinsteiger.

Aussicht nach unten
Aussicht nach oben

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Tierfreigehege im Nationalpark Bayerischer Wald, II, 2021

Die Wetterfrösche sagen für die späten Mittagsstunden eilig durchziehende Regenschauer voraus. Das schürt in uns die vage Hoffnung, im Tierfreigehege doch vielleicht einige Wildtiere erspähen zu können.

Im neuen Reptilienrevier ist schon mal nichts zu sehen. Die kühlen Temperaturen locken weder Ringelnatter noch Kreuzotter oder Waldeidechse aus ihren Verstecken. Leider ist es auch den Luchsen zu ungemütlich, um durchs Gehege zu streifen.

Oma-Liese hält heute mal die Waldameise im Bild fest und weil’s so schön ist und sie sich nicht wehren können müssen gleich noch einige Pilze fürs Foto stramm stehen.

Herr und Frau Uhu überraschen wir, wie schon während unseres letzten Besuchs, bei der Körperpflege.

Hinterm Baum spitzt eine Schwanzspitze hervor: Neugier erwacht!

Aha, Nachwuchs bei der Wisentherde!

Diese muskulösen Prachtexemplare ernähren sich rein pflanzlich.

Auf dem Weg von einem Gehege zum nächsten werden wir regelmäßig vom Regen verwöhnt. Leider lockt die nasse Witterung auch den Wolf nicht aus seinem Versteck…

Vom Bären bekommen wir nur den massigen Rücken zu sehen. Er ist mit einer köstlichen Nahrungsquelle beschäftigt, die er für ein paar unbedeutende Fotos nicht aufgeben möchte.

Ein einziger Elch ist zumindest bereit, das Publikum an seiner Mittagsruhe teilhaben zu lassen.

Und schon wieder Regen. Keine Schauer in der Mittagszeit. Starkregen am späten Nachmittag!

Liebe Wetterfrösche, meldet euch mal zu einer Fortbildung an!

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Dauerregen und Wasserkraft

Entgegen allen Vorhersagen kaum Aussicht auf eine regenfreie Wanderung, also beschließen wir, dass heute der richtige Tag für einen Besuch an Jochensteinkraftwerk und -schleuse sein könnte.

Und weil auf der kurzen Fahrt dorthin die Regenwolken immer dichter und grauer werden und immer noch nasser vom Himmel fallen, beschließt Oma-Liese: „Die Kamera bleibt heute im Womo!“ Die Entscheidung fällt der Oma nicht leicht und es ist tatsächlich seit Bestehen des Blogs das erste Mal auf Reisen, aber soviel Nass von oben kann nicht gut sein für das optische Gerät.

Wir trotzen dem Regen und wandern über das Kraftwerk am Jochenstein hinüber auf die österreichische Seite der Donau und am Ufer entlang bis Engelhartszell und wieder zurück. Zugegeben keine lange Strecke aber lang genug für Oma-Lieses Enkelmäuschen. Zwei Stunden sind im Nu abgelaufen, bei den ganzen Pfützen, die durchplatscht werden müssen.

Wieder zurück an der Schleuse fährt gerade eine Frachtschiff in die Schleuse ein und wir beobachten die Prozedur genau.

Als wir am Womo sind, setzt der Regen aus und – was für ein Glück – ein Passagierschiff kommt die Donau herunter gefahren. Also rein in trocken Klamotten und wieder hinauf zur Schleuse! Diesmal mit Kamera 🙂

Ein Frachtschiff lässt sich heben und parallel wird das Passagierschiff abgesenkt.

Oma-Liese macht sich auf den Weg, noch einige Fotos zu knipsen, wo sie doch jetzt die Kamera schon mal in Händen hält…

Die Familie entdeckt hinter sich gerade einen schwebenden LKW…
…und gleich darauf Oma-Liese in Österreich.
Der LKW wurde inzwischen wieder abgesetzt und das Passagierschiff ist, wie an der Fensterreihe gut zu erkennen, einige cm tiefer abgesenkt worden.

Oma-Liese befindet sich also mittlerweile wieder auf dem Übergang über Kraftwerk und Schleuse, wo sich zum Passagierschiff noch ein Windrad-auf-Reisen gesellt hat.

Drei coole Jungs treffen im zweiten Scheusenkanal ein…

… und paddeln mutig Richtung Schleusentor vor,

… bis sie per Lautsprecherdurchsage gewarnt werden, noch weiter nach vorne zu paddeln, da die Strömung bei Öffnung des Schleusentors dort gefährlich stark sein wird.

Also stellen sie erstmal ihre Weinflasche, mit der sie sich vermutlich vorher noch Mut angetrunken haben, auf der Schleusenmauer ab und verharren dort, bis zur Weiterfahrt.

Jetzt heißt’s: „Gut festhalten!“, denn die großen Schiffe vertäuen sich immer gründlich an den Pollern im Kanal, wobei sich die Länge der Taue dem sich ständig verändernden Höhenunterschied anpassen. Da wird der Arm wohl um einiges länger sein als vor der Einfahrt in die Schleuse…

Das Windrad ist unterwegs nach Österreich oder sonst wohin und wir verlassen das Schauspiel auch wieder, denn für die Kinder wird’s allmählich spät.

Bei mir klappt’s nicht mit dem Wuselcode aber vielleicht kann irgendjemand die Informationen entschlüsseln?

Noch schnell den Haken festhalten, an dem vorhin ein LKW durch die Lüfte schwebte.

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Den Drachen aus seiner Höhle gelockt

In die Höhle des Drachen werden wir uns heute wagen! Eine Drachenvorführung in der Further Drachenhöhle steht uns bevor. Ursprünglich hatten wir Karten für den Further Drachenstich gekauft. Extra lange gewartet mit dem Kauf hatten wir, weil lange nicht sicher war, ob der Drache in diesem Jahr auch tatsächlich gestochen werden kann. Kaum hatten wir dann noch schöne Plätze auf der Tribüne ergattert, musste das Schauspiel doch noch wegen Covid 19 abgesagt werden. Mal abwarten, was aus den Karten jetzt werden wird.

Vielleicht behalten sie für nächstes Jahr ihre Gültigkeit, vielleicht wollen wir nächstes Jahr aber auch mal wieder das Ausland bereisen… Alles steht in den Sternen…

Heute jedenfalls werden wir dem Drachen begegnen und zwar in seiner Höhle!

Zunächst dürfen wir eine Rundgang durch die Höhle unternehmen, wobei wir viele Informationen über die Entstehung des Further Drachenstichs bekommen: Unterschiedliche Handlungsstränge im Wandel der Zeit sind dokumentiert, mehrere Generationen von Drachen sind zu besichtigen, eine Galerie von Ritterpaaren wird präsentiert, weitere Protagonisten in ihren Rollen werden vorgestellt und das beste ist: Oma-Liese hat einen wahren Fachmann an ihre Seite, denn der Opa-Liese ist ein echter Furtherer und daher bestens vertraut mit den Einzelheiten!

Diesen Drachen hat der Schweizer Rudi, ein Mitschüler vom Opa-Liese, selbst gebaut. Verwendung fand das Tierchen beim Kinderdrachenstich.

Am Ende hat dann sogar noch der Wettergott ein Einsehen mit uns und schickt uns nach einem regnerischen Morgen gnädiger Weise pünktlich zur Drachenvorführung um 10:00 Uhr im Freien blauen Himmel und Sonnenschein.

Das Publikum sitzt ganz erwartungsvoll auf den vorgesehenen Corona-Plätzen und wartet gespannt auf den Drachen. Angeblich soll er heute seine Höhle verlassen.

Und tatsächlich, er lugt schon vorsichtig ins helle Licht.

Dann betritt er die Arena in voller Größe und lässt zunächst sein schauerliches Gebiss wirken.

Gesteuert wird der Lindwurm von vier Männern, jeder ausgestattet mit einem Steuerpult, wobei ein Drachenfahrer für die Bewegung der Augen, ein anderer für den Kopf, ein weiterer für Rauch, Feuer und Blut und der vierte Mann für die Bewegung der Gliedmaßen inklusive der Flügel zuständig ist.

Ein hoch technisierter Roboter steht vor uns, der größte Schreitroboter der Welt, dokumentiert im Guinnessbuch der Rekorde und seit 2014 ungeschlagen. Ein kleiner Verwandter von ihm namens „Curiosity“ war übrigens in Sachen Mars-Erkundung unterwegs in den Weiten des Universums. Zeitgleich entwickelt wurden die beiden und das Raumfahrtzentrum in Oberpfaffenhofen hatte auch beim Further Drachen seine Finger im Spiel.

Nacheinander zeigt der Drache seine ganze Beweglichkeit, gibt eine Kostprobe seiner Stimmgewalt, verspritzt Wasser (heute mal kein Blut) und demonstriert, was er sonst noch so an Special-Effekts drauf hat.

Zunächst bleibt er bei seinen Darbietungen noch bequem auf seinem Transportfahrzeug liegen.

Fürchterlich blickt er ins Publikum,

verspritzt einen Wasserschwall nach recht und links,

wilddröhnend faucht er in alle Richtungen,

er stößt bedrohliche Rauch- und Qualmwolken aus, wobei er sich selbst komplett in gewaltige Rauchschwaden einhüllt,

mit Feuer schüchtert er die Neugierigen ein,

lässt seine Flügel imposant schwingen,

dreht sich schließlich um 180°,

um sich von einem Jungen auf der Tribüne genüsslich die Schwanzspitze streicheln zu lassen.

Jetzt erhebt er sich von seinem Fahrzeug, um seine Schreitfähigkeit unter Beweis zu stellen. Und dann legt er nochmal richtig los!

Nachdem er sichtlich stolz seine Muskeln hat spielen lassen und einen Eindruck seiner Fähigkeiten zum Besten geben konnte, zeigt er sich am Ende der Vorstellung friedlich und lässt sich sogar gerne vom begeisterten Publikum berühren.

Auf deutschen Autobahnen war er auch schon unterwegs, um Städte wie München, Nürnberg und Berlin zu bereisen.

Wir haben es am Ende eilig, die Drachenhöhle zu verlassen, denn Oma-Lieses Enkel reisen an, um mit uns einige Tage gemeinsamen Urlaub zu verbringen.

Nein, das Erlebnis mit dem Drachen wäre nichts für die Enkelkinder gewesen, wie wir deutlich an den Reaktionen anderer, gleichaltriger Zwerge erkennen konnten.

Übrigens: wir verlassen nicht nur den Drachen, sondern auch den Campingplatz in Bad-Kötzting, um weiterzuziehen nach Lackenhäuser.

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Lauschangriff am Hohen Bogen

Oma-Lieses zugehöriger Opa hatte vor fast 40 Jahren seine Ohren am Nachbarn aus Tschechien als er 1983/84 seinen Wehrdienst auf dem Abhörturm verbrachte. Damals existierte nur einer von mittlerweile zwei militärischen Abhöhrtürmen.

Heute können die einstigen Anlagen besichtigt und bei Kaffee und Kuchen darüber gefachsimpelt werden.

Da wir erst gegen Mittag aufbrechen, sparen wir uns den Aufstieg und nutzen am Hohen Bogen den Sessellift.

Eine Frechheit? Werbung für inkontinente Wanderlustige im gehobeneren Alter?

Scheint seeehhhr steil nach oben zu gehen…

Was soll man davon halten?

Unter uns die Sommerrodelbahn.

Hört das auch mal wieder auf?

Die Bergstation ist zum Greifen nahe…

Die anderen sind auf halber Höhe ausgestiegen, um die Abfahrt mit der Rodelbahn zu genießen.

Gut, dass wir sie hatten!

Blick ins Tal und zum Arber…

Ein kurzes Wegstück am Kamm entlang und dann der Blick nach Furth im Wald, Opa-Lieses Heimatort.

Blick zum Feind aus Zeiten des Kalten Krieges, der Abhörturm auf dem Čerchov.

Auf manches Schild könnte man gut verzichten im Wald!

Die untere Fensterebene diente dem Abhören von tschechischen Meldungen, eine Etage höher wurden die Nachrichten entschlüsselt. Rund um die Uhr, in drei Schichten.

Sicherlich gab es auch damals schon Flora und Fauna.

Das Tor scheint geschlossen?!

Schade! Wir kommen wieder…,

Dem Gedenkstein ist zu entnehmen, dass die Amerikaner 1992 als erste abgezogen sind, danach die Franzosen 1994 und erst im Jahr 2003 die Deutschen den Horchposten aufgaben. Frage: Wann war der Kalte Krieg nochmal beendet? Wann trat Tschechien der EU bei? War das 2004? Da hat Deutschland aber noch gerade rechtzeitig die Kurve gekriegt…

Leider auch nicht zugänglich! Hinterm Eisernen Vorhang, sozusagen 😉

Noch einmal Informationen und dann wandern wir weiter.

Im Tal liegt Neukirchen beim Hl. Blut.

Am Eckstein ist eine Gedenktafel angebracht. Hier verunglückt? Freiwillig womöglich oder nur ein Lieblingsplatz?

Freier Blick zum Osser mit seinen zwei Gipfeln. Waren wir schon, allerdings noch vor Bestehen des Blogs.

Ab hier wird’s matschig und zwar so matschig, dass Oma-Liese die Kamera sicher einpackt, damit sie im Falle eines Ausrutschers nicht im Matsch landet. Eine uns folgende junge Familienmutter tut es mir gleich, überlegt aber noch kurz laut, ob sie nicht doch ihren Ehemann beim Sturz in den Matsch ablichten möchte…

Der Harvester hat ganz Arbeit geleistet nach den regnerischen Tagen der vergangenen Wochen und die Wanderer kämpfen mit den Folgen. Wir sind jedenfalls nicht die einzigen…

Eine einheimische Oma treibt ihren 9-jährigen Enkelsohn über die Piste, bis dieser vor Verzweiflung über den unwegsamen Wanderweg bitterlich zu weinen beginnt.

Eine Gruppe Jugendlicher bemerkt die beiden Steine, mit denen sich Oma-Liese bewaffnet hat, um im Notfall Trittsteine quer über den aufgeweichten Boden legen zu können.

Geschafft! Petrus ist auch schon angekommen.

Wiedermal Aussicht: ins Böhmische hinein, nach Fürthel, wo Opa-Lieses Familie herstammt und von wo sie damals vertrieben worden waren. Aber dazu gibt’s ja schon einen Blog-Eintrag…

Hoffentlich wollen hier nicht allzu viele Europäer ihrer Wanderslust freien Lauf lassen.

Der übrige Großteil des Weges ist so beschaffen, wie man sich einen Wanderweg im Allgemeinen vorstellt: Steine, Wurzeln, nadelbedeckter Waldboden im Wechsel mit einzelnen querenden Quellbächen.

Zivilisation dringt ans Ohr. Gitarrenklänge und Gesang. Die Neugier ist geweckt.

Wir erreichen die Diensthütte am Hohen Bogen.

Totenbretter sind zum Gedenken an prominente, verdiente Mitglieder des Waldvereins, Sektion Furth im Wald angebracht.

Und wir haben die Musikanten aufgestöbert:

Klangvolle Weisen aus der Heimat geben sie zum Besten und erfreuen damit ihre Zuhörer.

Wieder die Abhöranlage auf tschechischer Seite.

Eschlkam

Neukirchen beim Hl. Blut

Mittlerweile wandern wir auf dem Sagenweg:

Und auf dem Jakobsweg:

Nochmals Totenbretter:

Das Wasser nimmt mal wieder den selben Weg wie wir…

An dieser Stelle verlassen wir den Sagenweg und den Jakobsweg auch, denn das WOMO wartet wenige hundert Meter entfernt auf unsere Rückkehr.

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