Wir freuen uns auf die Hafenstadt, die heute zu Polen gehört.
In unmittelbarer Nähe zum Hafen können wir uns einen Parkplatz aussuchen. Der erste Weg führt und gleich mal zum Schiffsanleger. Mal sehen, was hier so alles parkt.
Gibt der Anblick jetzt Sicherheit? Muss jeder selbst auf sich wirken lassen.
Fähren kreuzen sich die Wege,
kleinere Fähren fahren zwischen den beiden durch,
auch Piraten beanspruchen freie Durchfahrt.
Wir wandern weiter zum Strand und können schon gleich einen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Mühlenbake erhaschen.
Im Westen ist Heringsdorf mit dem Baumwipfelpfad zu sehen.
Darauf haben wir heut keine Lust, vielleicht beim nächsten Mal.
In der Ostsee badet eine schwarz beflügelte Nymphe.
Es dauert einige Zeit, doch plötzlich haben wir für einen kurzen Moment die Meeresseite der Mühlenbake für uns ganz allein.
… nur die Piraten steuern ihr Schiff am beliebten Fotospot vorbei.
Noch ein Foto von der Rückseite, der Vollständigkeit halber.
Wieder unterwegs zum Hafen kann endlich ein halbwegs vernünftiges Bild vom Leuchtturm aufgenommen werden.
„Engelsburg“, ein Teil der ehemaligen preußischen Festungsanlage.
Oh!
Die gute Nachricht: das Schiffchen kann man kaufen. Ist wohl eher was für passionierte Handwerker.
Deutsches Reichs Gebrauchs Muster! – Foto!
Die Innenstadt ist sehr überschaubar. Viel ist nicht übrig vom alten Stadtkern, aber es wird investiert.
Alles sehr beschaulich, nichts was wir nicht an den Donaukiesweihern auch hätten.
Als wir gerade aufbrechen wollen…
beschließt ein Fuchs, sich allmählich um sein Abendessen zu kümmern.
Buuuh!
Dann verschwindet der Fuchs von der Bildfläche. Als auch geduldiges Warten nicht neues mehr bringt, packen wir ein weiters Mal unsere sieben Sachen. Doch gegenüber unseres Aussichtsturmes eilen Graugänse in gedrängter Formation zügig ins Wasser.
Noch ein Füchschen betritt die Bühne.
Dumm gelaufen fürs Füchsle.
Krähen halten den Jäger kritisch im Blick.
Allerdings können sie dem Räuber nicht am Eierklau hindern.
Er weicht dem anklagenden Blick der Gans zwar aus, setzt aber dennoch seinen Raubzug unbeeindruckt durchs Vogelschutzgebiet fort.
Gar nicht weit fahren wir und schon befinden wir uns wieder auf einem Baumwipfelpfad made in Bayerwald.
Was es zu sehen gibt? Meer, Meer, Meer.
Nach einigen Treppenstufen – wir hätten auch den Lift nehmen können – lehrreichen Informationsstationen und kleinen überwundenen Balancehindernissen kommt schon bald das Ziel ins Blickfeld. Auf dem Weg nach oben sollen wir nach dem Adlerhorst Ausschau halten, so jedenfalls fordern uns die bunten Forscherplakate auf, die wohl für kleine Naturkundler angebracht sind, um ihnen den Baumwipfelpfad als Gesamterlebnis spannender zu gestalten.
Oben angekommen überspannt ein elastisches Gitter die komplette Innenfläche für die ganz Mutigen und solche, die unbedingt ein Foto nach unten schießen wollen.
Den werden wir schon im August kennenlernen…
und den heben wir uns noch eine Weile auf.
Einige Querstreben werden gerade von Spezialisten herausmontiert, um Platz zu schaffen für eine akrobatische Vorstellung, die bald stattfinden soll. Das Türmchen wird hoffentlich noch im Lot bleiben, solange wir hier herumturnen…
Den Adler konnten wir nicht finden, dafür aber eine Taube auf ihrem Nest.
Als wir den Parkplatz erreichen stellen wir fest, dass der Adler mit dem Bus unterwegs ist, um die Handballnationalmannschaft zu unterstützen.
Zeit, Heringsdorf ein wenig zu erkunden:
Man kann investieren,
sich vergnügen beim Riedenrad fahren,
auf der Seebrücke promenieren,
sonnenbaden und planschen, sich auf die Fußball-WM freuen.
Es gibt Hotels,
Villen,
Pensionen.
Restaurants und
einen schönen alten Bahnhof. Beschaulich, das Leben hier im Seebad Heringsdorf.
Die Heeresversuchsanstalt Peenemünde war von 1936 bis 1943 Europas größtes Forschungszentrum zur Entwicklung von Raketen. Hunderte Wissenschaftler und Ingenieure, darunter u.a. Wernher von Braun, arbeiteten an neuen Waffensystemen für das Hitler-Regime.
Ein kolossales Treppenhaus erwartet den Besucher.
Die Errichtung der Forschungsanlage und die Fertigung der Raketen wurden überwiegend von Zwangsarbeitern durchgeführt. Bei der Produktion der Waffen starben letztlich mehr Menschen als durch ihren Einsatz.
Schaltzentrale des Kraftwerks. Vor allem zur Gewinnung von reinem Sauerstoff, der für den Raketentreibstoff benötigt wurde, war ein hoher Energieaufwand erforderlich.
Der Hafen von Peenemünde. Im Dritten Reich und der DDR Sperrgebiet, wie die gesamte Halbinsel. Heute werden vom Kutter vor dem U-Boot aus leckere Fischbrötchen verkauft.
Der Marktplatz von Wolgast.
Peenebrücke in Wolgast, die Verbindung zur Insel Usedom.
Die gesamte Prozedur nimmt 8 mal täglich 15 Minuten in Anspruch. Wer also unter der Brücke durch fahren möchte, sollte pünktlich zur Stelle sein.
Digital gebucht, die guten alten Kreidefelsen gehen mit der Zeit. Tafelkreide war einmal. Der Tourist besichtigt die Kreide vom Skywalk aus.
Mal sehen, wie damals Victoria auf die Kreidefelsen blickte. We have to queue up.
Weiter geht’s immer an der Kreideküste entlang.
Hoch oben versorgen emsige Mehlschwalben ihre hungrige Brut unerschöpflich mit frisch gefangenen Insekten.
Baumwipfelpfad
Die Zeit reicht noch, um den Baumwipfelpfad zu besuchen. Um 17:00 Uhr ist letzter Einlass: Schaffen wir. Allerdings ist das Personal in Sorge, ob wir das Gelände bis 18:00 Uhr auch wieder verlassen können würden. Werden wir, keine Bange!
In dieser Richtung, fast genau südlich befindet sich der Baumwipfelpfad im Bayerischen Wald. Ihn kennen wir gut, sind wir ihn doch schon mehrfach begangen. Von dort verbreiteten sich übrigens auch die Baumwipfelpfade mittlerweile über Europa.
KdF-Seebad Prora (Binz)
Eine kolossale Hinterlassenschaft der Nazizeit. In dem überdimensionierten Bauwerk von beinahe 5 km Länge sollten sich hier Deutsche erholen.
Wir finden einen Durchschlupf im Sicherheitszaun und schauen mal nach.
20.000 Menschen sollten hier Erholung finden, jeden Tag an zwei Rezeptionen 2000 Personen ein- und ausgecheckt werden. Am Ende ist hier nicht mal ein Einziger eingezogen.
Investoren werden gesucht – ernsthaft! Hier soll renoviert werden und den Ruinen neues Leben eingehaucht werden.
Der Strand ist keine 20 Meter entfernt.
In diesem Abschnitt kann schon wieder übernachtet werden. Ein bayerisch angehauchtes Lokal soll es auch geben.
Nur falls jemand interessiert sein sollte: die Anlage wurde von tausenden Zwangsarbeitern gebaut, unzählige starben dabei an Hunger und Erschöpfung.
Wir parken am alten Messegelände in Leipzig. Von dort aus ist der Südfriedhof fußläufig gut erreichbar. Einen kleiner Abstecher zu Napoleon können wir uns nicht verkneifen. Von hier spähte der Feldherr in alle Richtungen und hielt den Feind unter Kontrolle.
In direkter Nachbarschaft zum Südfriedhof ist das Völkerschlachtdenkmal gelegen.
Als Vorbild für die Friedhofskirche stand das Kloster Maria Laach in der Eifel Pate.
Wir sind heute hier, weil wir immer mal gerne durch Friedhöfe spazieren und weil gerade heute noch besonderes Friedhofspublikum zu erwarten ist. In Leipzig findet nämlich über das gesamte Pfingstwochenende das alljährliche Gothic-Festival statt.
140 Jahre alt, 78 Hektar groß ist der mit reichlich Gehölz bepflanzte Parkfriedhof. Der Hauptweg ist der Form eines Lindenblattes nachempfunden, inspiriert durch den Namen der Stadt.
Im Auf und Ab vor allem der jüngeren Geschichte wurden die „besten Plätze“ je nach politischer Ausrichtung im Staat gerne umgewidmet und die Gräber so kurzerhand an andere Verstorbene vergeben. Dazu gibt es einen hörenswerten Podcast:
Wir suchen heute bekannte Namen, auffällige Grabstätten, die Vielfalt der Natur und … Gothics.
Kurt Masur erhielt von der Stadt Leipzig ein Ehrengrab.
Kammersänger und weitere Künstler liegen hier Seite an Seite in geweihter Erde.
Der Buchfink freut sich über die prächtigen Rhododendren, die hier überall Farbakzente setzen.
Gothics beim Fotoshooting
Grabpyramide
Krematorium
… kann heute besichtigt werden.
unter dem Krematorium befindet sich das
Kolumbarium
Die Urnengräberstätte wird heute auch gerne als Spot genutzt.
Rhododendronallee
Dieses Herz hat seinen Zweck erfüllt und kann nun weg.
Lassen sich bereitwillig fotografieren und freuen sich über ein Kompliment.
Der gebuchte Fotograf wartet, das Zeitfenster muss eingehalten werden.
Trabis können für Rundfahrten gemietet werden.
Wir verlassen Friedhof und Messegelände, denn wir haben in der Oper zwei Plätze gebucht. Also auf ins Stadtzentrum!
Ein luftiges Bühnendach überspannt einen Teil des Marktplatzes.
Oper
Dieses Treppenhaus gibt‘s schon auf meinen Seiten. Damals war es bei Salome, heut wird es die Zauberflöte sein.
Während der Pause ergibt sich Gelegenheit, in den Orchestergraben zu spähen.
Heute ist Familientag in der Oper, weshalb viele Kinder – vor allen im Grundschulalter – mit ihren Eltern zum Opernpublikum gehören. Bewundernswert ist die Ruhe, die während der Aufführung herrscht. Kein Mucks ist zu hören, alle sind gebannt von der Musik, den Stimmen, der Inszenierung, der Handlung und den Kostümen.
Als wir die Oper nach kurzweiligen drei Stunden (incl. 30 Min. Pause) verlassen, wird gerade die Glocke auf dem Ägyptischen Museum angeschlagen.
Vor gerade einmal 20 Tagen, am 4. Mai endete an dieser Stelle die tödliche Fahrt eines Amokfahrers, der auf seiner 450 Meter langen Wahnsinnsfahrt mit einem SUV zwei Menschen aus dem Leben gerissen hat.
Heute sind alle Zugänge zur Innenstadt mit schweren Pollern gesichert.
Vor gut einem Jahr waren wir schon einmal hier. Damals waren wir in Zeitnot und konnten nur einen kurzen Blick in den Dom riskieren. Inzwischen aber wissen wir als regelmäßige Podcasthörer von den heidnischen Merseburger Zaubersprüchen, die bereits vor über 1000 Jahren – pikanterweise in einem christlichen Buch – aufgeschrieben worden waren und nun in der Schatzkammer präsentiert werden.
Ein kurzer Stop vor den Toren Merseburgs:
Merseburg
Wir sind am Ziel!
Evangelische Kirche
Marktplatz mit Staupenbrunnen und -säule (links im Bild) und Rathaus (rechts im Bild)
Bei hochsommerlichen Temperaturen marschieren wir hoch zum Dom, um die uralten Zaubersprüche in Augenschein zu nehmen.
Eindeutig zu viele Schilder vor diesen altehrwürdigen Gemäuern.
Wir sind am Ziel und doch nicht wirklich. Es wird geheiratet im Gotteshaus, die Zaubersprüche müssen noch 90 Minuten ohne uns verharren.
Inzwischen marschieren wir am Saaleufer entlang zu einem ehemaligen Kloster.
Friedhofskapelle
So richtig können wir hier auch nicht landen…
Orangerie
Der Legende nach hat sich hier die Gabel abgedrückt, die Bischof Thilo im Mittelalter nach dem Teufel geschmissen hat. Die langweiligere Version ist, dass ein Arbeiter bei der Brotzeit seine Gabel in der noch weichen Schlacke abgelegt hat.
Hurrah! Der Ehebund ist geschlossen – der Weg zu den Zaubersprüchen frei.
Ladegast-Orgel
Es wird geprobt: Orgel mit Saxophon oder vielleicht besser formuliert Orgel gegen Saxophon
Da liegen sie nun vor uns.
Auf Knopfdruck liest eine Stimme die Verse in althochdeutsche Sprache vor, wir können auf dem Bildschirm die Übersetzung in unserer heutigen Sprache mitlesen.