Vor gut einem Jahr waren wir schon einmal hier. Damals waren wir in Zeitnot und konnten nur einen kurzen Blick in den Dom riskieren. Inzwischen aber wissen wir als regelmäßige Podcasthörer von den heidnischen Merseburger Zaubersprüchen, die bereits vor über 1000 Jahren – pikanterweise in einem christlichen Buch – aufgeschrieben worden waren und nun in der Schatzkammer präsentiert werden.
Ein kurzer Stop vor den Toren Merseburgs:






Merseburg

Wir sind am Ziel!

Evangelische Kirche

Marktplatz mit Staupenbrunnen und -säule (links im Bild) und Rathaus (rechts im Bild)




Bei hochsommerlichen Temperaturen marschieren wir hoch zum Dom, um die uralten Zaubersprüche in Augenschein zu nehmen.

Eindeutig zu viele Schilder vor diesen altehrwürdigen Gemäuern.


Wir sind am Ziel und doch nicht wirklich. Es wird geheiratet im Gotteshaus, die Zaubersprüche müssen noch 90 Minuten ohne uns verharren.
Inzwischen marschieren wir am Saaleufer entlang zu einem ehemaligen Kloster.



Friedhofskapelle





So richtig können wir hier auch nicht landen…



Orangerie



Der Legende nach hat sich hier die Gabel abgedrückt, die Bischof Thilo im Mittelalter nach dem Teufel geschmissen hat. Die langweiligere Version ist, dass ein Arbeiter bei der Brotzeit seine Gabel in der noch weichen Schlacke abgelegt hat.


Hurrah! Der Ehebund ist geschlossen – der Weg zu den Zaubersprüchen frei.


Ladegast-Orgel
Es wird geprobt: Orgel mit Saxophon oder vielleicht besser formuliert Orgel gegen Saxophon







Da liegen sie nun vor uns.


Auf Knopfdruck liest eine Stimme die Verse in althochdeutsche Sprache vor, wir können auf dem Bildschirm die Übersetzung in unserer heutigen Sprache mitlesen.
Zum Podcast von MDR KULTUR geht’s hier:
Als die Deutschen noch an Wotan glaubten – Die Merseburger Zaubersprüche
Zurück zum Dom durch den Kreuzagang:


Deutlich im Gemäuer eingeritzt hat der Teufel seine Krallen.


Eine Frau als Dompröbstin – vor 250 Jahren?

Durch vier Schlösser gesichert steht der Cranach-Altar in der Michaeliskapelle.












St. Sixti
… eine Ruine geht noch am Ende unseres Merseburg-Rundganges.











St. Maximi
ist direkt gegenüber gelegen und ist heute nur noch eine Friedhofskapelle.

Gotthardteich




Ein Stück Heimat! Ein Suevit aus dem Nördlinger Rieß.



Zeithungrige Tauben bevölkern die Sonnenuhr, die auf 17:00 Uhr zeigt.

Diese Sonnenuhr hat sich ein schattiges Plätzchen ausgesucht und verweigert in Folge dessen ihre Dienste.

Eigens für Fotografen hat die Stadt ein Plätzchen mit Aussicht auf das Schloss-Dom-Ensemble ausgewiesen.
Wenige Schritte weiter rechts sind zwar nicht alle Turmspitzen zu sehen, doch der Vordergrund sorgt für ein attraktiveres Gesamtbild.

Altscherbitz
Auf dem Nachhauseweg fällt eine Erinnerungstafel auf, an der wir noch kurz innehalten.



Ein Fleckchen Erde mit doppelt fragwürdiger Vergangenheit also.
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