Gegen Mittag kommen wir in Kleinliebenau auf dem kleinen aber feinen Campingplatz am See an. Gebucht hatten wir im Voraus, nachdem Leipzig bereits komplett ausgebucht war. Jetzt stehen wir also etwas außerhalb Leipzigs, aber die zehn Kilometer sind jetzt, da wir nicht mehr mit dem Womo sondern mit dem Caravangespann reisen, kein Problem. Dafür genießen wir jetzt für die paar Tage hier den Blick auf den See.
Nachdem alles zügig aufgebaut ist, sorgen wir für Bewegung nach der fünfstündigen Fahrt. Da abends ein Tisch in der „Post“ in Stahmeln für uns reserviert ist, stellen wir das Auto direkt dort ab und spazieren zum Schlosspark in Lützschena.
Haben wir doch gar nicht vor…
Ziemlich verwildert ist der Speck von Sternburg’sche Schlosspark, was ihn aber gerade so reizvoll erscheinen lässt.
Waldkapelle
Sahen wir bereits als Gemälde in HH und B in der Caspar David Friedrich-Ausstellung.
Dianatempel
Wer ist die gedrungene, durchtrainierte Gestalt. Hmmm, eine Beschriftung existiert nicht…
Die Kehrseite bringt Aufschluss: Ein kleiner Herkules steht vor uns.
Ein Kreuz mit Rosenstrauch pflanzte Speck einst für seine verstorbenen Gattin neben der Ortskirche.
Er kann was!
Vom Luppe-Deich aus beobachten wir drei schlafende Bernhardiner.
Ein Flutpolder für den Fall, der Deich sollte der Luppe einmal nicht mehr standhalten können.
Die kleine Bahn mit drei Bahnhöfen ist ein Relikt aus dem Lunapark, der am Auensee vor Jahren als Vergnügungspark diente. Das „Haus Auensee“ wird heute noch gerne als Veranstaltungsort für Konzerte genutzt.
Mit dem nötigen Hungergefühl im Bauch marschieren wir jetzt zur „Post“. Bei einem dunklen Ur-Krostitzer genießen wir die gutbürgerliche Küche in gastlicher Atmosphäre.
Jubiläumsausstellung zum 100. Geburtstag des Künstlers in der Albertina, Wien.
Das Beste kommt zum Schluss. Heute freuen wir uns auf den Anlass dieser Wienreise: Die Albertina in Wien hat sich die Ausstellung zum 100. Geburtstag Roy Lichtensteins gekrallt, nachdem die USA offenbar dieses Jubiläum verpasst hatten.
Beim Rathaus steigen wir aus den Öffis aus:
Rathaus
Burgtheater
Bühnenaufbau für die Wiener Festwochen
Rathauspark
Parlament, links eine Demo
Bus fährt durchs Bild
Volksgarten
Hunderte Rosenstämmchen, -sträucher und Kletterrosen sind lieben Menschen gewidmet.
Vor dem Theseustempel findet ein Hochzeitsshooting statt, im Theseustempel befindet sich eine Kamelinstallation.
Wir bekommen noch Infomaterial in die Hand gedrückt und eine warme Einladung, weitere Kamelausstellungsstücke im Museum der Welt zu besichtigen. Vor allem sei die Schokolade aus Kamelmilch besonders köstlich. Leeeiiiiiider haben wir schon was anderes vor.
Heldenplatz
(Prinz Eugen)
Hab ich im Herbst auch schon abgelichtet. Seitdem dürfte kein Wäschestück abhanden gekommen oder dazu gekommen sein.
Gibt’s auch schon vor sechs Monaten im Blog.
Roy Lichtenstein
Das soll an dieser Stelle genügen. Wer sie alle sehen mag, sollte sich die Ausstellung nicht entgehen lassen!
Wir gehen noch zum Naschmarkt, um fürs Abendessen einzukaufen.
Abends machen wir uns noch mal kurz auf den Weg, um mit etwas Glück den Biber beim Schwimmen beobachten zu können, den wir vorgestern zufällig entdeckt hatten – leider ohne Kamera.
Der Biber war nicht in Badelaune, aber ein Cadillac rollte noch röhrend durch den lauen Abend.
Kaiserwetter. Beste Gelegenheit, die Gartenanlagen von Schloss Schönbrunn unter die Lupe zu nehmen.
Mit Bus und S-Bahn fahren wir direkt vor den Kaiserlichen Sommersitz und beachten dabei die vorschriftsmäßige Benutzung der Ein- und Ausstiegsflächen.
Kronprinzgarten
Buchs und Distel halten sich beim Kronprinzen etwa die Waage.
Der Gärtner hat jedenfalls fürs erste den Rechen hingeschmissen.
Der Blick vom Aussichtsturm auf den Prinzengarten beweist: 5,50 € für den naturnahen Distelbewuchs sind eindeutig zu viel Eintrittsgeld.
Durchwandern wir also den kostenlosen Schlosspark, um uns auf Brunnensuche zu begeben.
Obeliskbrunnen
Engelsbrunnen
Schöner Brunnen
Ein unscheinbares Schattendasein führt die Quelle des Schönen Brunnens.
Römische Ruine
Neptunbrunnen
Kleine Gloriette
Gloriette
Inzwischen befinden wir uns unterhalb der Gloriette aber genau oberhalb des Neptunbrunnens.
Um 15:00 Uhr wurde allen Brunnen das Wasser abgedreht, was ganz neue Perspektiven auf das Schloss ermöglicht.
Blick hinauf zur Gloriette.
Um 15:30 Uhr erreichen wir das Schloss wieder.
Kammergarten
Kostenloser Eintritt.
Orangerie
Wieder 5,50 € rauszocken lassen…
Auf der Rückfahrt steigen wir in Spittelau um und nutzen die 10 Minuten übrige Zeit, dem Heizkraftwerk eine kurzen Besuch abzustatten. Wien ohne Hundertwasser geht einfach nicht.
Kloster Neuburg – Stiftskirche
Zum Abendessen beim Leopold erklimmen wir den Klosterberg.
Der 100. Geburtstag von Roy Lichtenstein wird in der Albertina Wien und Klosterneuburg mit Ausstellungen gefeiert.
Dank des verlängerten Wochenendes nach Christi Himmelfahrt können wir dabei sein.
In Klosterneuburg lagern wir wie meist, wenn wir in Wien sind. Der Platz ist reserviert, zum Glück, denn es ist ganz schön was los auf dem Campinggelände unterhalb des Stifts.
Kein Gerüst mehr, der Turm ist fertig!
Das Treppenhaus
Im Essel, einem Ableger der Albertina in Wien sind also Zeitgenossen von Roy Lichtenstein ausgestellt. Was für eine Geburtstagsfeier, wenn Warhol zu den Gästen zählt.
Baselitz,
Richter,
Lüpertz feiern mit Lichtenstein. Was für ein Fest!
Am 10. Dezember vergangenen Jahres konnten wir die Karten für einen Abend mit Jonas Kaufmann erstehen. War gar nicht so einfach, denn zuerst mussten wir uns um die Plätze bewerben, bis wir nach geraumer Zeit den Zuschlag bekamen.
Heute ist es endlich soweit!
In der Bayerischen Staatsoper werden wir den Abend verbringen.
Während der Vorstellung darf nicht fotografiert werden – würde auch zugegebenermaßen tatsächlich stören. Aber hinterher spricht wohl nichts dagegen.
Was für eine samtweiche Stimme! Welch große Inszenierung! Drei Stunden, die wir nicht missen wollten.
Einige Jahre liegen zwischen unserem letzten Berlin-Besuch, vor wenigen Wochen hatten wir eine Begegnung mit Caspar David Friedrich. Auf beide freuen wir uns sehr.
Gedächtniskirche
Berliner Bär
Museumsinsel
Alte Nationalgalerie
Schneewittchen (Foto oben)
Der einsame Baum, 1822
Mondaufgang am Meer, 1822
Landschaft mit Eichen und Jäger, 1811
Das Riesengebirge, 1830 – 35
Waldinneres bei Mondschein, 1823 – 1830
Lebensstufen, 1834
Klosterfriedhof im Schnee, 1819, Kriegsverlust (Reproduktion in Originalgröße)
Unbekannt, Kopie nach „Klosterfriedhof im Schnee“, nach 1855
Mönch am Meer, 1808 – 10, Unterzeichnung im Infrarotflektogramm
Die meisten Bilder haben wir tatsächlich schon in der Kunsthalle Hamburg gesehen, bewundern konnten wir sie jedoch erst hier in Berlin, denn in der alten Nationalgalerie profitieren nicht nur die Bilder, sondern auch die Besucher von der Größe der Räumlichkeiten. Hier ist ausreichend Platz, um die Werke betrachten zu können. Sogar für die Zeichnungen und Vorentwürfe nimmt man sich hier gerne Zeit.
Mal sehen, was das Haus sonst noch zu bieten hat. Eine sehr kleine Auswahl:
Carl Spitzweg, Österreichischer Wachtposten
Carl Spitzweg, Engländer in der Campagna, um 1845
Wilhelm Trübner, 1851 – 1917, Ave, Caesar, morituri te salutant
Blauer Himmel, Kälte, Wind, Blick hinüber zum Dom.
Men at Work
Wiederaufgebautes Stadtschloss – im fertigen Zustand sehen wir es zum ersten Mal.
Dom
Stadtschloss
Humboldt-Universität
Staatsoper
Wir spazieren zum Brandenburger Tor vorbei an einer pro-Palästinenser-Demo, an einer Demo für die Ukraine und direkt vor dem Wahrzeichen könnte man den Worten einer pro-russischen Rednerin lauschen, hinter dem Tor findet heute die größte Kundgebung statt, die auch gleich die meisten Zuhörer in Bann zieht. Cannabis bewegt die Gemüter, wobei ihnen die Produktsicherheit sehr am Herzen liegt. Wir setzen unseren kleinen Berlinrundgang fort.
Bundestag im Reichstagsgebäude
Bundeskanzleramt
U-Bahnhof am Bundestag
Hauptbahnhof
Tränenpalast
Fernsehturm
Weltuhr am Alexanderplatz
Bei „Schmidt Z & Ko“ steht für uns heute zum Abendessen ein Tisch bereit. Der Hunger ist groß, wir lassen uns von der U-Bahn dort hin fahren.
Bei einem Gläschen Rosésekt entscheiden wir uns für „Unser Handwerk vom Anfang bis Ende“, wobei uns zum Eingang ein frisches Brot mit aufgeschlagener Basilikum-Petersilienbutter serviert wird und wir die Wahl haben, drei von fünf Vorspeisen auszusuchen, einen von zwei Hauptgängen und ebenfalls eine von zwei Nachspeisen. Die Weinbegleitung ist fester Bestandteil des Menüs, wobei uns viermal jeweils drei Weine zur Auswahl dargeboten werden.
Schmidt Z & Ko – dahinter steckt der Weinexperte Schmidt, die beiden Spitzenköche Ralf Zacherl und Mario Kotaska.
Zwei Stunden genießen wir uns durch die Köstlichkeiten, fühlen uns in ungezwungener Atmosphäre von zwei Servicekräften unaufdringlich, aber aufmerksam umsorgt und lassen uns von U-Bahn und Bus bis zu unserem Wohnwagen transportieren.
Am morgigen Samstag sind zwei Termine fix in der Bundeshauptstadt.
Erste Eindrücke:
Unsere Bundeshauptstadt zeigt sich als fahrradfreundlich.
Wenns mal brennt, kommt hier die Gurkentruppe persönlich zum Löschen!
Nach überstandener Anreise ist heute nicht mehr viel geplant. Wo könnte man hier in der Nähe dem Bedürfnis nach etwas Bewegung besser Rechnung tragen als auf dem nahegelegenen Militärflugplatz Gatow? Ein Stück Geschichte kann sich der Flugplatz in die Bücher schreiben, waren doch auf seinen Startbahnen rund 130.000 mal die legendären Rosinenbomber gelandet, um Westberlin mit Lebensmitteln zu versorgen – eine Initiative der Westalliierten, die von 1948 bis 1949 als Luftbrücke für die Westberliner Bevölkerung lebensnotwendig war.
Eine heftigen Regenguss warten wir noch kurz ab, bevor wir los können.
Spät dran seien wir, meint der Wachhabende, der uns mit dem notwendigem Infomaterial aus seinem Pförtnerhäuschen sogleich entgegen springt. Keine Zeit sollen wir verlieren, weist er uns an und erklärt in kurzen Worten den Weg zum Parkplatz – auf dem unseres das einzige Fahrzeug sein wird – und empfielt uns noch in aller Knappheit die wichtigsten Stationen des Geländes.
Also legen wir einen strammen Fußmarsch über das Rollfeld hin, um hier nichts zu verpassen, was von historischer Bedeutung sein könnte. Ein paar wenige Fotos sind zum Glück grade noch drin…
Ferrari ohne in Maranello gewesen zu sein, das geht natürlich nicht.
(Wer die Marke nicht mag, muss jetzt mal gaaaaanz weit nach unten scrollen!)
Ab jetzt wird’s vorwiegend rot:
An der Teststrecke legen wir einen superschnellen Fotostop ein:
Parma
Tempowechsel: jetzt mal ein paar Gänge runterschalten. Wir sind in Parma angekommen und hier wird im Moment sonnengebadet:
Cattedrale di Santa Maria Assunta
Ziemlich dunkel in der Cattedrale. Der Opa kauft uns gleichmal für 2 € Licht.
Die Kuppel kostet auch wieder 2 €.
Battistero
Eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke Italiens, erbaut im Übergang vom romanischen zum gotischen Stil. Annähernd im Originalzustand erhalten mit bestechender Bemalung der Kuppel.
Licht spendiert wieder der Opa für 2 €.
Wer zum T… hat bloß die Osterkerze 2017 gestaltet?
Aus jeder Richtung ein Blickfang.
Ist schon im Gepäck.
Basilica di Santa Maria della Steccata – lassen wir aus, obwohl dort die königliche Gruft beheimatet ist. Königin Marie-Luise und ihr Gemahl Graf Soundso liegen hier unter goldüberfrachtetem Ambiente.
Palazzo del Governatore
Nabucco lässt grüßen.
Nur schade, dass der Duft der Glycinen nicht eingefangen werden kann.
Gleicher Turm, andere Beleuchtung.
Torten für die Mädels,
Garagen-Muckibude für die Jungs.
Hier geht der Urlaub zu Ende. Einziger Programmpunkt für morgen: Rückreise.