Igelangelegenheiten

Morgens um 6:30 Uhr ertappt Oma-Liese unseren Gartenigel beim Besuch im Schildkrötenhaus. Die Oma setzt den Igel auf eine Schaufel und hebt ihn über die kleine Mauer hinaus ins Gras. Hätte er es nicht vielleicht selbst auch geschafft, wieder aus dem Gehege zu steigen – irgendwie ist er ja schließlich auch hineingekommen. Vermutlich sind die drei Urtierchen sowieso längst alte Freunde.

Abends so gegen 20:30 Uhr hört Oma-Liese den Igel mit furchterregenden Atemgeräuschen???

Aha! Da bahnt sich etwas an. Ein Igel umkreist den andern mal links herum, dann wieder rechts herum, während der andere wild schnaufend damit beschäftigt ist, sich in Abwehrposition zu halten.

Scheint wohl eine Art Liebeswerben zu sein. Zu hören sind die Geräusche schon seit vielen Jahren mal aus der Hecke, mal unter dem Hundehaus hervor. Die Produkte der sommerlichen Igelei konnten wir auch hin und wieder im Herst bestaunen, aber heute sind mir Fotos gelungen, die für mich bisher so noch nicht möglich waren.

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Was gehört unbedingt zum richtigen Paradies?

Nach dem Schwimmen beginnt alles mit einem ganz unscheinbaren Falterchen. Das kann mit dem Paradies noch wenig zu tun haben…

Aber dann werde ich hineingerissen ins Paradies!

Ich brauche gar nicht viel zu schreiben, denn die Bilder selbst besitzen Magie genug.

Ein Flussseeschwalbenpärchen brütet hier schon seit Jahren!

Ich freue mich! Da ist sie ja! Unsere Wege haben sich schon vor langer Zeit beim Schwimmen gekreuzt und gestern hat sie ganz kurz meinen Weg am Ufer entlang gequert. Tatsächlich als ich gerade gedacht hatte, wie schön es wäre, auch sie mal auf ein Foto bannen zu können. Aber dann war ich so perplex, dass ich nicht reagiern konnte und ihr einfach nur nachsehen musste. Ein wahrlich magischer Moment…

Heute ist da zuerst ein Rascheln im hohen Gras zu vernehmen. Schon gleitet sie ins seichte, warme Wasser und stellt sich meinen faszinierten Blicken.

Da schwimmt sie hin, die Ringelnatter.

Was sich da wohl wieder entwickelt?

Wer das Paradies vor der Haustür hat…

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Alles Bio!

Der Kohlweißling lebt! Und lebt seine namengebenden Unarten auf den Kohlblätten aus.

Nur nicht täuschen lassen vom eleganten Erscheinungsbild!
Fein säuberlich setzt er bei jeder Landung punktgenau einige Eierchen an der Blattunterseite ab, wobei er auf Landungen im Fünf-Sekundentakt spezialisiert zu sein scheint.

Oma-Liese bringt ihren grünen Daumen zum Einsatz und zerreibt die Nachzucht auf jedem einzelnen Kohlblatt. Bei 24 Kohlpflanzen ist das eine zu bewältigende Aufgabe zumal sich alles im Hochbeet abspielt. Manche 3mm langen Raupen sind schon mit dem Durchlöchern des Blattwerks beschäftigt. Höchste Zeit zum Handeln!

Der Milan schaut auch mal wieder vorbei.

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Das Seeufer

… ist in seinem westlichen Bereich ein kleines Biotop!

Kleiner Kohlweißling, Männchen
Zitronenfalter
Blauflügelprachtlibelle, Männchen
Brauner Waldvogel
Feuerlibelle
Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter (die Unterseite der Fühlerkolben ist eindeutig schwarz)

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Wer sich unter prächtigen Wolken so alles im Garten herumtreibt

Unter zwei Namen habe ich ihn gefunden: Grüner Scheinbockkäfer und Moschusbock. Bedauerlicher Weise habe ich im entscheidenden Augenblick nicht an ihm gerochen. Bei der nächsten Begegnung weiß ich Bescheid und werde eine Nase voll nehmen.
Der Kuckuck unter den Käfern: der Ameisensackkäfer sitzt im Apfelbaum. Er legt seine Eier zur Kugel zusammengerollt auf einen Ameisenbau. Die fleißigen Tierchen schleppen das Päckchen ins eigene Nest und erledigen die Brutpflege für den länglichen Käfer, der wie man sieht, dem Marienkäfer ähnelt.
Da kommt er angeflogen, um große Löcher in die Blätter des Kirschbaumes zu fressen.

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Schwimmen im See

Die beste Zeit zum Schwimmen im See ist gleich mittags nach der Arbeit. Meist hat Oma-Liese dann den See für sich ganz allein. Zu dieser Zeit muss sie sich das Wasser jedenfalls nicht mit Hausfrauen teilen, die ihre besten Gartentipps austauschen oder sich die neuesten Salatrezepte von der Seele reden.

Eine Schlehe steht an Oma-Lieses Eingang zum See.
Gegenüber wird gerade ein Schlauchboot zu Wasser gelassen. Vermutlich die Home-Schooling-Schüler von dieser Woche…

Sonst ist heute aber auch nicht mehr Badebetrieb als gewöhnlich um die Mittagszeit.

Mal sehen, wer den See als Lebensraum nutzt:

Fische in allen Größen!

In der Luft über dem kleinen Wäldchen kreist der Bussard.

Seerosen haben sich auf einer sonnengewärmten Sandbank angesiedelt.

Das Blatt einer Seerose dient als Sonnenbank für einen der vielen Frösche hier am See.

Wasserflöhe gibt es reichlich.

Libellen sind in diversen Ausführungen zu finden. Fotografieren lassen sich nur die kleineren Exemplare.

Morgen zur Mittagszeit wird auch wieder ein Stündchen geschwommen.

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Gartenbewohner

Im Sommer lockt das schöne Wetter Oma-Lieses kleine, emsige Gartenbewohner aus ihren Verstecken hervor.

Drei Goldglänzende Rosenkäfer feiern eine kleine Holunderparty.
Während Frau Amsel noch den Nachwuchs füttert…
ist er schon wieder mit einem neuen Nestbau beschäftigt.
Der Balkenschröter oder auch kleiner Hirschkäfer geht seinen Geschäften im Gras nach,
nimmt sich jedoch auch gerne eine kleine Auszeit auf einem Kürbisblatt.
Eine kleine Marienkäferkolonie kümmert sich um Oma-Lieses stattliche Blattlausfarm.
Die Hornisse bezieht ihr Holz für notwendige Zimmerarbeiten am Nest direkt aus der Region vom Bau der Holzbiene im eigenen Garten.
Im Hochbeet, das Oma-Liese in diesem Frühjahr gebaut hat reifen Radieschen, Salat & Co. Leider muss Oma-Liese dem Naschtrieb der Nacktschnecken immer mal wieder Einhalt gebieten.
Noch Fragen?

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Urviecher

Nach einigen Regentagen genießen unsere Schildkröten ein ausgiebiges Mahl und anschließend eine kleine Exkursion in wärmender Nachmittagssonne.

In der frühen Abendstimmung, als sich die Sonne hinter kühlen Wolken verzogen hat, taucht auf der Terrasse die Weinbergschnecke auf. Wo hat sie sich nur wieder herumgetrieben? Mit der Kostümierung hat sie bestimmt noch Pläne für den späteren Abend.

Was hat die Zauberfee wohl heute noch auf dem Programm?

Ah! Alles klar! Soll sicherlich ein Hochseilakt werden. – Vorsicht! Nicht ausrutschen!

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Falkenstein

Oma-Liese hat heute eine gehörig anstrengende Wanderung hinter sich gebracht. Gemeinsam mit dem Opa hat sie den Falkenstein erklommen.

Anfangs war die Oma beinahe schon etwas ärgerlich, weil ein reichlich langes Stück Weges auf asphaltierter Straße verlief und die Oma naturbelassene Wege bevorzugt, wenn sie sich zusammen mit dem Opa auf eine Bergtour im Bayerischen Wald einlässt.

Als sie schon fast beschlossen hatte, deswegen umzukehren, kam endlich der Wegweiser ins Bild, der Aussicht auf Naturpfade verhieß. Und so war’s dann auch – manchmal sogar ein bisschen zu naturbestimmt.

Die Totenbretter stehen am Beginn der Wanderung über Stock und Stein.
Zwei Drittel des Weges begleitet uns der Höllbach mit seinem Geplätscher.
Immer wieder liegen Bäume quer über den Bach oder über unseren Weg.

Schon im Mittelalter gingen im Höllbach Goldsucher ihrem Glück auf die Spur, jedoch mit eher mäßigem Erfolg. Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts versuchte ein Optimist, die Goldsuche in Lindberg am Falkenstein industriell aufzuziehen, was allerdings ebenso zum Scheitern verurteilt war. 2015 war es endlich soweit: ein Hobbygoldsucher fand ein fast 20 Gramm schweres Nugget, was wiederum die Initialzündung für einen wahren Ansturm von Goldbesessenen war. (Der Fund ist damals durch den Geologen und Mineralogen Fritz Pfaffl bestätigt worden.)

Bei herrlich sonnigem Wetter wandern wir recht steil den Falkenstein hinauf, während uns auf einigen Wegstrecken das Wasser entgegen kommt, das bis gestern eine Woche lang als Dauerregen nieder gegangen ist.
Versteinerter Biber in der Bachkurve.

An der Höllbachschwelle sind genügend Sitzgelegenheiten vorhanden, sodass alle hungrigen Wanderer ihre Brotzeit in Ruhe verzehren können.

Der See, die Höllbachschwelle war ursprünglich als Holzsammelstelle gedacht, von der aus die Baumstämme mit dem Höllbach talwärts transportiert wurden. Heute springen muntere Fische aus dem Wasser, um nach Insekten zu schnappen.

Gut erholt brechen wir auf. Neunzig Minuten noch bis zum Gipfel.

Den Namen dieser Grazie im Look der 20er Jahre wüsste ich gerne.

Der Weg hat seine Tücken: immer länger werden die Strecken, die wir uns mit den Quellbächen des Höllbaches teilen müssen. Um den Sumpf herum balancieren, von Stein zu Stein zielen, zwischen matschverdreckten oder im klaren Bergwasser frisch gewaschenen Schuhen entscheiden und dabei ständig Höhenmeter überwinden – eine Herausforderung, die Aufmerksamkeit fordert und den Alltag vollkommen vergessen macht.

Am Höllbachfall kommt uns der Wanderweg plötzlich völlig abhanden. ???

Da steht zwar unübersehbar ein Wegweiser aber wo ist der Weg?

Jenseits des Wasserfalls ist der Weg gesperrt, um brütende Falken – wir wandern auf dem Falkenstein – nicht bei der Brutpflege zu stören.

Wir werden fündig: Rechts geht es auf schmalstem Pfad in einzelnen Trittwurzeln, -steinen, -mulden höllisch steil nach oben. Vor einer vom ablaufenden Wasser glitzernden Felswand angekommen, führt der Weg auf Gelände mit geringerer Steigung immer weiter nach oben.

Fast alle Trittsteine wackeln nicht.
Auch an diesem Übergang ermöglichen die meisten Steine sicheren Halt.
Ab hier ändert sich das Gelände: es wird flacher.
Und es riecht… ja, ganz deutlich nach Schweden! Das mag an den Heidelbeeren liegen und am dazugehörigen Boden, wie ich vermute.
Da oben in den Baumwipfeln rauscht es ziemlich laut.
Wir erreichen die Schachten. Heute ein Meer von Heidelbeeren, früher im Sommer Weideland für Rinder.
Auch auf dem Falkenstein haben Stürme und Borkenkäfer am aktuellen Erscheinungsbild der Natur kräftig mitgewirkt.
Eine sehr besondere, typische Schönheit ist diesen bizarren, sturmgeschaffenen Landschaften des Bayerischen Waldes zu eigen.
Die Kahlheit hier oben erlaubt einen Blick ins benachbarte Tschechien.
Ein Viertelstündchen noch bis zum Gipfel.
Vorne der Osser mit seinen zwei Gipfeln, im Hintergrund der ehemalige Turm mit Abhöranlage auf dem Hohenbogen. Hier hat der Opa in Zeiten des Kalten Krieges seine Tschechisch-Kenntnisse erworben.
Die Kapelle steht direkt unterhalb des Gipfels. Daneben einige Totenbretter, die an verdiente Mitglieder der Bergwacht erinnern.
Der Hüttenwirt betreibt einen ziemlich großen Gastbetrieb. Wie wir vom Ranger erfahren, wurde die Hütte erst im vergangenen Jahr erbaut.

Angekommen am Gipfelkreuz!

zuerst von hinten…
dann auch von der sonnenbeschienenen Seite. Wenige Menschen, zwei Bänke, Aussicht.
Frauenau
Der Admiral ist auch hier.

Wir machen uns wieder auf den Rückweg.

Der rote Weg ist die wegen der Falken gesperrte Route.
Das Waldbrettspiel
Hier will der Auerhahn nicht gestört werden. Schön zu wissen, dass er wohl ganz in der Nähe sein muss.

Beim Abstieg nutzen wir ein Stück des Iron-Curtain-Trail, eigentlich eine Strecke für bergtaugliche Radfahrer. Uns bringt sie unkompliziert nach unten, was wir heute sehr schätzen, denn Oma-Liese und der Opa sind voll auf ihre Kosten gekommen und haben noch ca. eine Stunde Fahrtzeit zum Campingpark vor sich, wo ein wohlverdientes Abendessen wartet.

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