Buggenhofen

Wieder erst gegen Mittag scheint sich die Sonne allmählich durchsetzen zu können. Für uns der Startschuss, die Fahrräder zu satteln.

Auf dem Donau-Stauwehr in Höchstädt ergibt sich die erste Gelegenheit für ein paar Fotos:

Donau Richtung Westen

Eine Schleuse gibt’s, allerdings etwas bescheidener als die 300 km entfernte bei Jochenstein.

In Höchstädt ist man jedoch stolz auf brütende Bachstelzen. Gibt man sich einen grünen Touch auf dem einst äußerst umstrittenen Bauwerk, das damals vielen Vögeln die Brutstätten raubte?

Unterhalb der Donaubrücke stoßen wir auf ein zukunftsorientiertes Projekt:

Wir hoffen und wünschen, dass der fehlende Buchstabe dem Glück nicht im Wege stehen möge!

Jetzt testen wir eine Strecke, die nicht wirklich als Radweg ausgewiesen ist, um nach Blindheim zu gelangen. Anfangs alphaltiert, bald Schotterweg, dann Wald- und Wiesen-Trail. Am Ende Sackgasse. Macht nix, wir wenden und finden den Weg, den auch das Bäuerlein nehmen muss, wenn es die Doauauen bei Blindheim mähen muss.

Jetzt ist mit auch klar, was der Smiley bedeutet, der mir schon in Höchstädt aufgefallen war. Wir hätten uns „geführt“ bewegen können. Egal, auf unserer Holterdiepolter-Strecke hatten wir vermutlich mehr Bewegung, als auf der „BewegDiChallenge“ für führungsbedürftige Schwaben.

Über dem Aussichtsturm bei Blindheim erheben sich gerade zwei Milane.

Vom Turm aus gelingt es Oma-Liese, einen Frosch zu orten, der im Schilftümpel in provozierenden Abständen herausfordernd quakt.

In Gremheim wird eine Herde Schafe über die Straße getrieben.

Zwei pflichtbewusste Hunde treiben das Geschehen voran und halten die Herde zuverlässig zusammen. Um Lob und neue Befehle zu erhalten, nimmt der Leithund immer wieder fragenden Blickkontakt zu seinem Schäfer auf. Ein absolut eingespieltes Team.

Ein schwarzes Schaf ist gut für die Quote.

Die Herde ist riesig. 300 Tiere umfasst sie sicherlich, 500 können es auch sein, aber Oma-Liese möchte nicht übertreiben.

Intelligente Schafe lesen ihre Aufgabe an speziell für sie angebrachten Schildern ab.

Ein kleiner Stau löst sich nach kurzer Wartezeit wieder auf. Schafsgeduld und Hundehörigkeit helfen in solche Fällen.

Ein Blick von der Donaubrücke gibt Aufschluss über das Ziel der Herde.

Die drei Leittiere können den Schauplatz vorübergehend verlassen. Oma-Liese wird vom Alpha-Tier registriert.

Wir setzen unsere Fahrt über die Schwaighöfe fort, während auf den Feldern die Maishäcksler den Ton und den Takt angeben.

Kapelle bei der Ludwigschwaige, der schon ein eigener Blogbeitrag gewidmet ist, aber trotzdem nochmal fotografiert werden möchte.

Vorbei an der Bäldleschwaige, durch Erlingshofen setzen wir die Tour fort und entdecken in Brachstadt einen exotischen Hagestolz:

In Ermangelung seines Schwanzgefieders verzichtet er auf das Schlagen eines Rades, stellt sich aber sein schauspielerisches Talent in einer bescheidenen, für uns improvisierten Schattenspiel-Darbietung zur Schau:

Wir sind begeistert und steuern unsere Fahrräder weiter Richtung Buggenhofen.

Über die Baumwipfel spitzt der Kirchturm von Buggenhofen hervor, links ist das Schlösschen von Bissingen zu sehen.

Am Hang wartet wieder eine der hölzernen Denzel-Kapellen – auch sie wurde schon im Blog gewürdigt. Wir nehmen trotzdem die Herausforderung der kleinen Steigung an, weil einfach jede der sieben Kapellen etwas besonderes ist.

Von hier aus ist der Blick frei auf die Wallfahrtskirche von Buggenhofen:

Ein Tipi macht auf sich aufmerksam. Beim Heranzoomen wird klar, dass es dort oben einen recht passablen Spielplatz zu geben scheint.

Stillnau. Kann man auch mal hinfahren. Ziele in unserer katholisch geprägten Gegend sind sozusagen gottgegeben meist Kirchen oder Kapellen.

Nach 37,3 Kilometern angekommen in Buggenhofen, vorbei an zahlreichen Wallfahrerparkplätzen steht mitten im kleinen Dorf die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt.

Oma-Liese war in ihrer Kindheit bereits zweimal als Wallfahrerin hier und hat beeindruckende Erinnerungen an die melodischen Mariengesänge, die von wallfahrtserfahrenen Menschenmassen voller Inbrunst auswendig geleiert worden waren.

Die Kirche hatte damals für fantasiebegabte Kinderaugen reichlich Ablenkung und Kurzweil zu bieten.

Ich bin neugierig nach Jahrzehnten…

Derlei Darstellungen haben meine Fantasie damals wohl angeregt.

Mein Lieblings-Putto:

Votivtafeln

Dann Uhrenvergleich:

Für die Rückfahrt wählen wir die direkte Route aus und kommen am Ende auf 65 sonnenverwöhnte Kilometer am zweiten Tag des goldenen Oktober. So muss das!

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