Abbaye de Fontenay, Alesia und Dijon

Bernard gründete die Zisterzienserabtei im Jahr 1118. Bis ins 15.Jahrhundert erfreuten die Mönche sich dort großen Wohlstandes. Das 16. Jahrhundert und die Französische Revolution Ende des 18. Jahrhunderts brachte den Niedergang der Abtei mit sich, sie wurde aufgelöst und an die Familie Montgolfier veräußert, die auf dem Anwesen eine Papierfabrik betrieben hat. Die Nachkommen entdeckten ihre Wertschätzung für die Abtei und versetzten diese in ihren Urzustand zurück, soweit dies noch möglich war.

Noch heute hält die Familie das Kloster in Stand und macht es für Besucher größtenteils zugänglich. Wir können die Abbay de Fontenay als Ziel auf einer Frankreichreise als erholsame Oase nur empfehlen.

Zu Zeiten des Klosters als Hundezwinger genutzt.
Taubenschlag
Romanische Abteikirche
Bewusst kein Prunk, keine kostbaren Fenster, Verzicht zu Gunsten des Gebets und der Besinnung auf das Wesentliche
Mutter Gottes, so alt wie das Kloster selbst
Emaillierte Fliesen im Altarraum, original
Dormitorium, alle 200 Mönche schliefen in einem einzigen Raum

Noch ein Blick in das Seitenschiff, solange wir noch fast die einzigen Besucher sind:

Der menschenleere Kreuzgang erlaubt Gedanken über das Leben im Kloster, wie es damals wohl gewesen sein könnte.

Parallel zum Kreuzgang liegt der Kapitelsaal, wo sich die Mönche mit dem Abt versammelten und einen Abschnitt aus der Heiligen Schrift diskutierten.

Im Anschluss an den Kapitelsaal befindet sich der Mönchssaal. Hier wurden Schriften von Hand kopiert und Initialbuchstaben mit wunderbaren Malereien veredelt.

Daneben befindet sich das Sprechzimmer, wo ein Vieraugengespräch mit dem Abt möglich war. Oma-Liese hat gar kein Foto davon, na sowas!

Sie ist nämlich mit den Gedanken schon im Garten:

Die frühere Kornmühle wurde von den Mönchen in ihrer Zeit zur Schmiede umfunktioniert, was dem Kloster schon damals zu finanziellem Wohlstand verholfen hat.

Oma-Liese muss noch so dies und das im Bild festhalten, bevor sie zur Weiterreise bereit ist.

Ausguck für den Wachhund des Pförtnermönchs im Eingangsgebäude

Alesia

Der Opa hat’s durch Zufall entdeckt: Alesia. Er kennt es aus dem Latein-Unterricht, aber vor allem hat er einen Bezug zu dem Ort entwickelt, weil er ein großer Asterix-Fan ist.

“Alesia? Ich kenne kein Alesia! Ich weiß nicht, wo Alesia liegt! Niemand weiß, wo dieses Alesia liegt!“, ruft Majestix in größter Entrüstung im Asterix-Heft. Tatsächlich ist es gelungen, Alesia nach seiner Zerstörung jahrhundertelang aus dem französischen Bewusstsein zu streichen. Erst 1865 konnte der historische Ort archäologisch nachgewiesen werden. Und noch heute ist er weder in unserem Reiseführer noch auf unserer Straßenkarte zu finden…..

Vercingetorix verlor dort vor ca. 2000 Jahren eine entscheidende Schlacht gegen Cäsar, was dem heldenhaften Vercingetorix letztendlich als Gefangenem der Römer den Tod brachte.

Vor ziemlich genau 6 Wochen standen der Opa und die Oma-Liese im Gefängnis des Kriegsgefangenen, der dort 6 Jahre einsitzen musste, bis er nach in einem Triumphzug Cäsars durch das Forum Romanum geführt worden war, um gleich danach in seiner Gefängniszelle erdrosselt zu werden.

Eigentlich hatte sich der unterlegene Feldherr dem Cäsar freiwillig gestellt, um so seinen Soldaten und den Bewohnern der Stadt das Leben zu retten, doch der große Cäsar nahm das Angebot des Unterworfenen nur einseitig an. Er verfrachtete Vercingetorix als Kriegsgefangenen nach Rom, kesselte jedoch mit einer Übermacht an Soldaten gleichzeitig die Alesier ein und ließ sie kläglich verhungern.

Große Feldherrn hat es immer schon gegeben und sie sind immer schon in die Geschichte eingegangen. Mal abwarten, ob die aktuellen Geschehnisse daran etwas ändern sollen…

Eine alte Bekannte steht hier an dem geschichtsträchtigen Ort natürlich auch an exponierter Stelle.

Der örtliche Töpfer will uns seine schönen französische Göckel nicht verkaufen. Er behauptet, die seien kaputt. Wir wollen ihm aber nix anderes abkaufen, als seine französischen Göckel. Soll er sie eben selbst behalten und seine wenig ansprechenden Geschirrteile auch. Es ist heiß und wir haben vor, heute noch Dijon ein wenig zu erkunden.

Dijon

… hat außer einer sehr zerfaserten Altstadt

… einer zum Theater umfunktionierten Kirche,

… einer zuerst zum Salzstadel und danach zur Ausstellungshalle umgewidmeten Kirche

… und einer Kathedrale von 1240 nicht viel zu bieten.

Also machen wir noch ca. 140 Kilometer Richtung Heimat gut und gammeln den Rest des Tages auf einem recht heimeligen Campingplatz in der nachmittägliche Hitze in den Abend hinein. Was die Oma-Liese noch zu erledigen hat, ist klar, der Opa hat heute weitgehend frei, denn um den morgigen Tag braucht er sich keine großen Gedanken zu machen.

Immer mit dabei auf Reisen:

eine kleine, transportable Feuerschale, heimeliges Ambiente am Abend.

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