Pisa

18° C, Sonne pur, kein Wind! Besser geht’s nicht!

100 Kilometer Fahrt und dann ein Katzensprung vom Parkplatz zum …

Torre Pendente

rechts geht’s zum Ticketshop. Brauchen wir nicht, haben wir schon.

Ein kopfloser Engel ist gelandet…

Erschreckendes scheint im rechten Flügel mitgereist zu sein.

Wir sind 30 Minuten zu früh und wollen die Zeit sinnvoll nutzen. Da wir Karten fürs volle Programm gebucht haben, entscheiden wir uns für den Friedhof. Da könnten 30 Minuten eventuell ausreichen.

Unterwegs dorthin kann Oma-Liese nicht widerstehen, schon mal Eindrücke einzusammeln.

Battistero

Mura

Camposanto

Die high society von Pisa hat sich hier zur letzen Ruhe niedergelegt. Um 1100 n. Chr., zur Zeit der Gründung des gesamten Areals ließ man sich von den Kreuzfahrern exclusiv Erde aus dem Heiligen Land anliefern, um auch der angemessen Ruhestätte und der nächsten Nähe zu den himmlischen Heerscharen sicher sein zu können.

Erschreckende Dämonen treiben hier an den Wänden ihr Unwesen und zerren an den irdischen Geschöpfen.

Dann bevorzugt Oma-Liese doch ein liebliches weißmarmornes Geschöpf…

Eine stattliche Sammlung von Reliquien aller möglicher Heiligen.

Nein, kann man nicht nachträglich mit Photoshop gerade ziehen. Das ist tatsächlich alles etwas schief geraten. Pisa eben…

Hier ist man noch längere Zeit mit Restaurierungsarbeiten in ganz erstaunlicher Technik beschäftigt. Die Fresken werden mit Spezialleim auf Leintücher übertragen um dann wiederum, endlich von Putzuntergrund befreit wieder auf modernen, hoffentlich haltbaren Untergrund, wieder originalgetreu aufgebracht zu werden.

Der Dom… muss noch warten.

Nein, das Foto steht nicht Kopf, sondern offenbar wurde hier beim Bau auf die heutzutage so geschätzte Nachhaltigkeit gesetzt und ein Marmorstein aus alten Beständen in der Außenwand des Domes verbaut. Später hat Oma-Liese noch mehr solcher Exemplare ausfindig gemacht.

Torre Pendente

Es ist soweit: Unser Zeitfenster ist offen. Nachdem wir an der Garderobe artig alles abgegeben haben, was irgendwie nach Tasche aussieht, auch das Etui für Oma-Lieses Weitwinkelobjektiv, dürfen wir uns in die Warteschlange einreihen.

10 bis 15 Minuten stehen wir noch schief in den Himmel schauend herum, bis wir dann zügig abgefertigt werden.

Jetzt geht’s hinein in den Turm…

Da wollen wir hoch!

Der erste Ausblick liefert eine Ansicht der Berge vor Pisa.

Einen Absatz weiter oben ist lebensrettendes Material installiert.

Höher…

und höher hinauf. Mal fällt eine halbe Turmumrundung doch spürbar schwer, mal steigen wir eine Reihe von Stufen so leicht hoch, als ginge es treppab. Eine kleine Verrücktheit, welche die Neigung des Bauwerkes erlebbar macht.

Das war wohl der Grund, weshalb wir auf unserer ersten Womo-Reise den Turm nur von unten bewundern durften.

Noch ein paar ausgetretene Marmor-Stufen.

Von unten sind sie noch in ihrem Urzustand erhalten.

Geschafft! Wir sind auf dem Glockenturm, der zum Dom gehört und einst beinahe doppelt so hoch geplant war, wie er jetzt schief und weltberühmt dasteht.

Blick nach unten,

Blick nach oben:

Oma-Liese hat alles gesehen, ist zufrieden mit der Fotoausbeute, der Opa ist auf seine Kosten gekommen, wir steigen wieder ab.

Battistero

Dom Santa Maria Assunata

Porta Santa

Perfekt angerichtet sind die drei Gefäße mit den Heiligen Ölen für die Fußwaschung am Gründonnerstag. Vier Herren in Anzügen haben sich größte Mühe gegeben, alles so zu drapieren, wie es das Zeremoniell erfordert. Zum Abschluss ein Selfie zu Viert rundet das Ritual ab und als aus einem der offiziellen Smartphones Kirchenmusik ertönt, ist klar, dass jetzt mit dem vergangenen Jahr verglichen wird. Wie himmlisch, wie wichtig, wie weltlich, wie profan. Nochmal einige Minuten später sitzen die gottesfürchtigen Männer in entspannter Runde im Altarraum bei einer lockeren Plauderei beisammen.

Der Himmel schnörkelt sich,

wir sind glücklich mit dem herrlichen Wetter, das die perfekte Kulisse für unseren Pisa-Tag bot. Kaum zu glauben, dass der Opa die Karten schon Ende Februar ins Blaue hinein gebucht hatte.

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Prato

Ins 45 Kilometer entfernte Prato brechen wir heute auf. Das Wetter wieder sehr sonnig aber windig und daher kalt.

Der erste Weg führt uns zur Basilica Cattedrale di Santo Stefano.

Vorne rechts an der Ecke befindet sich eine Außenkanzel, die einzig dem Zweck diente, einmal im Jahr dem Volk den Heiligen Gürtel der Hl. Jungfrau Maria zu präsentieren. Auch in diesem Jahr ist es wieder soweit, nämlich in wenigen Tagen am Ostersonntag.

Auf den ersten Blick wirkt das Kircheninnere eher klein. Hat man aber die Apsis erreicht, beeindruckt das Querschiff mit seinen Kapellen, die zum Teil von Frater Filippo Lippi gestaltet sind. Der Frater hat wohl gerne gemalt und sogar in Florenz eine Werkstatt betrieben, in der er unter andern auch Botticelli ausgebildet haben soll.

Um die Fresken sehen zu dürfen, müssen wir aber zunächst das Museum besuchen. Also wieder raus aus dem Gotteshaus und links herum zum Museum. Keine Warteschlange, nur wir beide. Museum? … wollen wir eigentlich nicht aber zu Filippo Lippi führt nun mal kein anderer Weg. Wir schauen mal…

Und schon befinden wir uns mitten in den Ausgrabungen:

Kapelle S. Stefano

Dann wieder Wappen vermutlich bedeutender Beigesetzter.

Einen größeren Fund an in Reih‘ und Glied angeordneter Terracottaschüsseln hat man zu präsentieren.

Kreuzgang

Nur wenige Säulen sind erhalten und darunter nur zwei mit Kapitellen. Die haben aber dafür reichlich Biss.

Die hiesige Kirche ist stolz auf eine reichhaltige Sammlung an Jungfrauen mit Kind:

Das Original der Außenkanzel wird hier aufbewahrt und zerstörte Teile rekonstruiert:

Bei den beiden weißen Teilen handelt es sich wohl um Rekonstruktionen.

Nach unserem gestrigen Besuch in den Uffizien in Florenz kommt uns die Art der Darstellung der Heiligen Familie sehr bekannt vor, und tatsächlich handelt es sich um ein Werk aus dem Atelier Botticellis.

Filippo Lippi

Dann wieder Scherben, jede Menge Scherben. Mein Favorit: Ein Igel-Bär-Wildschwein.

Der Heilige Gürtel

… befindet sich wohl im Schränkchen unter der Jungfrau mit dem Kinde. Zur Präsentation wird er ins gläserne Gefäß umgebettet und mit der silbernen Schatulle transportiert.

Unten ist eine Nachbildung des Gürtels zu sehen. Das Original, das zu den bedeutendsten Reliquien überhaupt zählt, soll sich die Jungfrau Maria aus Kamelhaar gewebt haben…

Unter anderem das Gewand, das die Marienfigur trägt, unten links der Handschuh, der getragen werden muss, um den Hl. Gürtel zur alljährlichen Präsentation berühren zu dürfen.

Wir finden noch so dies und das…

War jetzt gar nicht so verkehrt, durchs Museum geschleust worden zu sein. Wir haben’s geschafft und besitzen nun die Reife, die Filippo Lippi-Fresken sehen zu dürfen.

Noch eine weitere Begebenheit aus dem Alten Testament hat Lippi detailgenau an die Wand gepinselt:

Reichlich grausig, was der malende Mönch da zu Werke gebracht hat. also nochmal im Detail:

Es handelt sich um das Festmahl des Herodes.

Die Tanzende ist Salome. Modell gestanden für Salome hat die Geliebte des kunstbegabten Fraters.

Ja, ein Kopf wird da im Brotkörbchen zu Tische getragen.

Der Enthauptete ist Johannes der Täufer.

Wir werfen noch ein, zwei Blicke in die benachbarten Kapellen, die allerdings nicht von Lippi gestaltet worden sind.

Es wird Zeit, sich draußen vor den Portalen in der Sonne bei einem Äpfelchen von all dem Grauen zu erholen.

Danach haben wir noch Lust auf einen kleinen Rundgang durch die Stadt.

Rathaus

San Francesco

Fontana dei Delfini

Santa Maria delle Carceri, Castello del’Imperatore

Für eine kurzen Moment eine autofreie Straße in Prato.

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Florenz – Uffizien und Palazzo Vecchio

Sonne, 12° C, kalter Wind. Per Bus in 40 Minuten nach Florenz ist eine entspannte Angelegenheit. Als wir ankommen haben wir noch 60 Minuten bis zu unserem Termin in den Uffizien. Am Busbahnhof ausgestiegen schlendern wir durch die Innenstadt bis zu den Uffizien und weil wir immer noch Zeit übrig haben gleich mal zum Arno und natürlich zur Ponte Vecchio.

Leder ist in Florenz natürlich an jeder Ecke in den Schaufenstern zu finden.

Uffizien

Unser gebuchtes Zeitfenster steht kurz bevor und wir sind natürlich pünktlich zur Stelle.

Die Entwicklung der Kunst im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte ist in den Uffizien zu bewundern. Ich fasse in Galerien zusammen, wobei wie gewohnt das einzelne Bild geöffnet werden kann. Beschriften werde ich in groben Zügen bei Gelegenheit.

Das 2. Obergeschoss im rechten Flügel haben wir jetzt geschafft!

Willkommene Gelegenheit für einen Blick aus dem Fenster!

Nach den Osterfeierlichkeiten werden wir uns die Kuppel genauer ansehen.

Ortswechsel, ein neuer Termin wartet!

Palazzo Vecchio

Ausblick, Erholung für die Augen…

Dante Alighieri, Totenmaske

Audienzsaal

Kartensaal

Zeit, zur Bushaltestelle zu marschieren.

Durch den Bahnhof durch und dann wartet auch schon unser Bus.

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Troghi

heißt der Ort mitten in der Toscana, wo wir die nächsten 10 Tage auf dem Campingplatz in Südhanglage verbringen werden. Die Anreise war sonnig aber windig.

Florenz ist nicht weit und die anderen geplanten Ausflugsziele sind von hier aus auch gut zu erreichen. Am Platz gibt es eine Pizzeria, eine Gelateria, eine kleinen Shop, einen Pool und eine Bushaltestelle. Letztere werden wir des Öfteren nutzen.

Ein kleiner sonniger Rundgang durch die nähere Umgebung brachte die Erkenntnis, dass die Gegend nicht für Fußmärsche vorgesehen ist. Vorteil, sich hier aufhalten zu können ist einfach die Nähe zu Firenze.

Immerhin vier Fotos brachte mir der kleine Ausflug ein:

Eine Eidechse

Ein Pilgerpfad? Wo soll der denn sein?

Buschwindröschen vielleicht

Hmmm?

Morgen gibt’s wieder mehr Bilder. Ganz sicher!

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Arena di Verona

Nass beginnt der Sonntag, sodass wir erst einmal den kräftigen Regen abwarten, ehe wir in die Stadt fahren, denn um die gelöschten Fotos neu aufzunehmen, sollte die Sonne auch ihren Beitrag leisten. Mittags ist es dann soweit, und wenn wir Kachelmann vertrauen, kommt der nächste Regenguss erst um 14:00 Uhr. Auf geht’s zur Arena die Verona!

10.- Euronen für jeden von uns hält der Opa bereit und ist nicht wenig verwundert, als er 18 Silberlinge zurück bekommt. Wegen Umbauarbeiten ist der Eintrittspreis auf 1.- Euro heruntergesetzt.

Die Wolkenkulisse am Himmel sorgt für die nötige bedrohliche Atmosphäre im römischen Amphitheater.

Was für eine Stimmung! Wer braucht da noch Sonne?

Außerhalb ist ein Komet eingeschlagen. Die Verankerung dazu liegt in der Arena.

Wie Oma-Liese im Nachhinein von ihrer cara Amica Katherina erfahren musste, war der Komet beim Abbau tatsächlich in die Arena eingeschlagen und beschädigte dabei tatsächlich historisches Gestein. Seit geraumer Zeit beschäftigt nun die Haftungsfrage die Stadtoberen.

Potz Blitz!

14:00 Uhr, Kachelmanns Prophezeiung bewahrheitet sich, wir ziehen uns in die Katakomben zurück.

Da sind sie also, die Steine aus dem Acker nahe unseres Campingplatzes!

Geniale Architektur

Als der Himmel aufklart, muss die Oma-Liese zum zweiten Mal die höchsten Ränge der Ruine erklimmen, um diesmal vielleicht blauen Himmel als Hintergrund einzufangen zu können.

So ganz allmählich zieht die Wolkenfront ab…

Eine Putzmacherin hat ein Prunkstück in die Auslage drapiert.

Ein kompletter Beitrag ist heute der Arena gewidmet,

… wäre da an der Bushaltestelle nicht plötzlich kaiserlicher Besuch aufgetaucht 😉

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Verona 2023

550 Kilometer sind wir gereist und damit dem Sturm, der Kälte, dem Regen entkommen. Nachmittags stehen wir in Verona bei 22°C, haben schnell die Campingstühle ausgepackt und genießen die Sonne in der Region Veneto. Einfach nur herrlich!

Ein kleiner Fußmarsch muss dann auch noch sein. Schon im vergangenen Jahr fiel uns der hoch ragende Kirchturm in der Nähe unseres Campingplatzes auf, aber wir hatten Wichtigeres zu tun: die Arena wollten wir sehen. Haben wir auch und dabei reichlich Fotos eingeheimst natürlich. Nur leider hat Oma-Liese die Trophäen gelöscht. Da konnte auch Recuva nichts mehr retten… (die Oma hatte die Speicherkarte schon mehrmals überschrieben, als sie von der Rettungssoftware erfahren hatte).

Zurück zum Kirchturm: Wir marschieren am späten Nachmittag ca. 3 km bis wir das Gotteshaus mit seinem hohen Glockenturm erreichen.

Unterwegs fällt ein tiefer gelegter Acker auf, der übersät ist mit wunderbar rundgeschliffenen Kieseln von 3 cm bis 30 cm Durchmesser. Eine Augenweide für ein Donaukiesel-geprägtes Wesen wie die Oma-Liese. Da sprudeln die Fragen nur so durch den Kopf: War hier einst ein Flussbett? Was wird aus den Steinen? Bis in welche Tiefe werden die Kiesel wohl liegen? Wer hat die Rechte an den Schätzen? Wo versteckt sich das schwere Gerät, das die Millionen aus dem Boden ernten soll? Wann wurde die obere Schicht abgetragen, wenn doch schon wieder das Grün zwischen den Gesteinsbrocken liegt? Wer kümmert sich denn hier nicht um die Ressourcen? Gibt’s denn hier keine findigen Schwaben?

Diesen Veronesen kennen wir auch schon seit einem Jahr, na ja, zumindest seinen heiseren Ruf, mit dem er einem Fasan zu imponieren versucht, der ihn wiederum mit dessen gelassenen ÄÄÄH-Ä schon geraume Zeit zu nerven scheint. Schön, dem Gockelchen mal persönlich ins Auge blicken zu dürfen.

Am Sportgelände vorbei werden wir von Fußabdrücken geleitet. Wer wohl der Besitzer dieser Spreizfüße ist, die einst das Casting für sich entscheiden konnten?

„Kurz vor 6“ ist auf der Kirchturmuhr abzulesen.

Endlich angekommen am Portal des Gotteshauses, beobachten wir Kirchgänger, die sich am gut bestückten Olivenzweigstand bedienen, um sich noch den last-Minute-Palmwedel zu greifen, der gleich in der Vorabendmesse geweiht werden soll. Da wollen wir nicht stören und treten den Rückzug an.

Bunt bemalt drängt sich eine Minimal-Bibliothek unseren Blicken auf. Bei genauerer Inspektion ist schnell festgestellt: „Für jeden Geschmack etwas dabei.“

Street-Art gibt’s auch.

Fazit des vorabendlichen Spaziergangs: Der Ort Candidavid ist ein total normaler Vorort von Verona.

Wir sind zurück am Campingplatz. Was könnte der Straßenname wohl bedeuten? Oma-Liese kennt den Begriff „forte“ aus der Musik und „Tomba“ ist der Oma bekannt, seit sie im vergangenen Jahr dem Balkon von Giulietta auf der Spur war und dann plötzlich mit einem großen Fragezeichen in den Augen die Kellerräume betrat, wo Giuliettas Grab zu besichtigen war. Also kombiniert die Oma ganz polyglott: …

Am Abend recherchiert die Oma und staunt nicht schlecht, als sie feststellen muss, dass es bei „Forte Tomba“ um eine einstige Festung von besonderer Widerstandskraft handelt, die mit für Verona typischem Tuffstein eingedeckt worden war.

Man lernt doch immer wieder etwas Neues.

Am Campingplatz ist eine Ameisenkolonie damit befasst, eine Festung im Erdreich zu errichten und benutzt zur Materialbeschaffung den betonstein-gepflasterten Fußgängerweg.

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Max Beckmann

… ist in München eine Sonderausstellung gewidmet.

In Pasing Parken wir & ab dort Riden wir. Am Hauptbahnhof wechseln wir von der S- zur U-Bahn, mit der wir bis zum Königsplatz fahren.

Schon monumental, was da in unserer Landeshauptstadt so alles rumsteht.

Wir sind am Ziel. Hier werden wir den Werken des weitgereisten Künstlers begegnen.

Ein Lichthof gehört zum „guten Ton“ eines Kunstmuseums.

Selbstbildnis mit Sektglas, Städel Museum, Frankfurt am Main, Gemeinsames Eigentum mit dem Städelschen Museums-Verein e. V., der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Bundesrepublik Deutschland

Selbstbildnis mit Sektglas ist eines von mehreren Selbstbildnissen, die wir betrachten können.

„Departure“ bildet den Mittelpunkt der Ausstellung. Eine Trilogie, in der Beckmann seine Flucht aus Deutschland verarbeitet hat.

Wer dieses Werk gerne sehen möchte, der sollte unbedingt selbst die Ausstellung besuchen! Kein Smartphone-Foto kann den Originalen gerecht werden.

Tanz in Baden Baden, 1923, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München, Stiftung 1974 Günther Franke

Nutzt die Gelegenheit in München, schaut euch eine großartige Zusammenstellung eines der bedeutendsten und zugleich außerordentlich fleißigen Künstlers aus der Mitte des 20. Jahrhunderts an!

Zu dritt sind wir heute unterwegs und haben noch Lust auf Andy Warhol. Den gibt‘s wenige Meter weiter im Museum Brandhorst, wie wir wissen. Was wir nicht wissen: Bei Andy wird zur Zeit geschraubt und gebohrt, es werden Wände verschoben und Werke neu zusammengestellt. Also erklimmen wir das obere Stockwerk, wo Cy Twombly exklusiv residiert. Ein Erlebnis der besonderen Klasse. Wer hier den künstlerischen Zugang einmal gefunden hat, wird sicherlich immer wieder zurückkehren in die riesigen Ausstellungssäle mit ihren in Serie produzierten Farbbeutelkunstwerken, die das Auge einladen zum Verfolgen der zufällig entstandenen Linien. Oma-Liese beobachtet scharfsinnig: Bemerkenswerterweise streben die Farbtropfen auf allen Bildern zielbewusst und unaufhaltsam nach unten. Bei den blauen Rosen genauso wie bei den roten, gelben, orangen. Bei allen 24 Rosenbildern laufen die Tropfen stur nach unten, um auf ihrem Weg mangels ausreichender Flüssigkeit an beliebiger Stelle zu erstarren. Ob es einen Zusammenhang mit der Schwerkraft geben könnte? Auch in den anderen Räumen immer wieder das gleiche Spiel. Egal auf welchen Untergrund, ob Holz, ob Leinwand, die Farbe nimmt ihren Weg nach unten. Ausnahmslos.

Übrigens: Gegenläufig zur Richtung der Farbtropfstraßen schießen die Preise für die Kunstwerke ungebremst in astronomische Höhen.

Gut möglich, dass wir bei nächster Gelegenheit nochmal die Eindrücke aus der ersten Etage vertiefen werden, wenn ab dem 28. Februar die Warhol-Ausstellung im Erdgeschoss wieder eröffnet werden wird.

Wir komponieren jetzt mal Kunst für Arme:

und treten der Realität gegenüber.

Wer würde nicht gerne in aller Öffentlichkeit auf seien Boxsack eindreschen? Vermutlich legt man jegliche Scheu ab, wenn man ein Appartement in derartig prominenter Nachbarschaft bewohnt…

Nochmal an der Pinakothek der Moderne vorbei, wo man auf jeden Fall Max Beckmann einen Besuch abstatten sollte, lassen wir unseren Kunstausflug ausklingen.

Auch eine kleine Kunstsammlung, unsere stolze Sammlung vieler bunter Eintrittskarten auf sorgfältig angeordnetem Schotter, die wir am heutigen Tag ergattern konnten.

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Niki de Saint Phalle

… hätte uns im Herbst schon in Zürich gereizt, hat leider nicht geklappt. Jetzt besteht die Gelegenheit in Frankfurt und wir greifen zu!

Heute mal kein Stau auf der A7, weshalb wir früher als erwartet am P&R Parkplatz landen, von wo uns die U-Bahn ganz entspannt mitten ins Zentrum der Stadt chauffiert.

Schon auf dem Bahnsteig ist zu erkennen: „Hier sind wir richtig!“

Nach wenigen Schritten finden wir uns unter dem Glasdach vor der Kunsthalle Schirn ein.

Soooo viele schöne Fotos konnte ich aufnehmen. Leider ist da wieder einmal die Problematik mit dem Urheberrecht. Da Niki de Saint Phalle bis 2002 lebte, darf ich alle meine Bilder bedauerlicherweise nicht veröffentlichen. Schon sehr schade.

Die Ausstellung war unseren kleinen Frankfurt-Ausflug jedenfalls absolut wert. Von Niki de Saint Phalle kannten wir bisher nur die Nanas. Die Ausstellung zeigt aber in beeindruckender Weise ihre Entwicklung von der missbrauchten Tochter über ihren Aufenthalt in der Psychiatrie hin zur selbstbewussten Frau und politischen Künstlerin.

Wir haben Schießbilder kennengelernt. Gipsbilder, bei denen Niki unter der Gipsschicht Farbbeutel eingearbeitet hatte, um später mit einem Gewehr auf sie zu schießen und so blutende Bilder zu erzeugen.

Wir ließen Bilder auf uns Wirken, die aus vielen Spielzeugpuppen zusammengeklebt sind, und wir lernten ein Braut kennen, die auf einem lebensgroßen Pferd reitet, das mit vielfältigem goldbesprühten Spielzeug beklebt ist. Mit der Herstellung vieler solcher Objekte verdiente sich Niki de Saint Phalle das nötige Kleingeld, um sich ihren Traum von einem Tarot-Garten in der Toscana zu verwirklichen.

Ausstellungsbesucher werden die dicken knallbunten Nanas künftig mit einem neu geschärften Blick und tieferem Verständnis betrachten.

Wie gerne würde ich die Fotos zeigen!

Als wir aus der Kunsthalle heraus kommen, ist der Frankfurter Fastnachtsumzug in vollem Gange. Ja, da hätte ich auch ein paar Bilder aber die würden an dieser Stelle nur störend wirken.

Außer Narren ist noch ein Elch unterwegs und am Bahnsteig fällt der Frankfurter Adler zwischen den Bodenplatten auf.

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Dresden

Der Landeshauptstadt Sachsens statten wir heute einen Besuch ab. Wir waren schon mehrmals hier, aber den Blog gab’s damals noch nicht. Da gibt’s also einiges nachzuholen und außerdem muss Oma-Liese nach neun Jahren mal wieder nachschauen, was sich so alles getan hat an den Baustellen Dresdens. Obendrein ist da noch der Striezelmarkt. Ja, kennen wir auch schon und gerade deswegen zieht es uns wieder hierher.

Unter dem Internationalen Congress Center können wir parken und tauchen direkt neben dem Sächsischen Landtag an die Oberfläche. Beides liegt am Elbeufer, wie man an dem ersten Foto, das entsteht, erahnen kann. Das Motiv kann nichts für die widrigen, nasskalten Wetterverhältnisse, ist aber zum Glück zu Fuß bequem zu erreichen.

Katholische Hofkirche

Semperoper

Reichlich viele Busse laden hier ganze Armeen von Touristen ab…

Fürstenzug

Friedrich der Gebissene ist Oma-Lieses Favorit unter all den Fürsten.

Da hat’s doch mal ein Schwabe geschafft: an prominentem Platz auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden verkauft er seine Spezialität in der Vorweihnachtszeit.

Unser Ziel ist aber zunächst der Striezelmarkt. Um 11:30 Uhr sind wir also am Alten Markt. Seltsame Ruhe herrscht dort, die meisten Marktstände haben ihre Rollläden herunter gelassen oder nur halb geöffnet, in vielen Ständen ist innen Licht zu sehen, verkauft wird aber trotzdem nichts??? Vielleicht geht’s erst um 12 so richtig los?

Wir besichtigen erst mal die Kreuzkirche.

Kreuzkirche (Kirche offen steht auf einem Transparent zu lesen, stimmt aber leider nicht.)

Einmal um die Kirche herumgelaufen und keinen Eingang gefunden. Alle Portale verschlossen. Nur der Turm soll wohl geöffnet haben. Die Warteschlange bei dem miesen Wetter ist uns zu lang. Inzwischen ist es 12:00 Uhr, bestimmt ist auf dem Striezelmarkt jetzt Betrieb (laut www. ist er immer ab 10:00 Uhr geöffnet). Falsch, nix los! Kaum Menschen, kein Verkauf. Was ist denn da los? Vor einem Jahr wurde der Markt zwei Tage vor der Eröffnung wegen Covid 19 abgesagt, heuer findet er statt und dann befinden sich die Marktstände im Bummelstreik? Am Samstag vor dem dritten Advent?

Die Altmarktgalerie ist nahe, da kann man zwischenzeitlich sicher einen Notregenschirm gegen die Nässe von oben erwerben. Alle Eingänge mit rotem Flatterband abgesperrt!. Vor dem Haupteingang schwerbewaffnete Polizei! Wir verlassen das Terrain! Jetzt aber sofort!

Die Internetrecherche bringt zu Tage: ein bewaffneter Geiselnehmer hat sich im Gebäude verschanzt, nachdem er am frühen Morgen schon mutmaßlich einen Menschen erschossen hatte und danach in die Räumlichkeiten eines lokalen Radiosenders einzudringen versucht hatte.

Wir werden die Frauenkirche besichtigen und unterwegs noch auf einem der vielen kleineren Märkte eine Bratwurst verspeisen.

Frauenkirche

…auch geschlossen, öffnet wieder um 13:00 Uhr. Wir versuchen Eintrittskarten für das Grüne Gewölbe zu erstehen. Vergeblich, alles ausgebucht heute. 13:00 Uhr, nur noch ein viertel Stündchen. Dann kehren wir zur Frauenkirche zurück und erblicken eine unendlich lange Warteschlange. Vatikanische Verhältnisse! Allerdings bei schlechtem Wetter. Vielleicht später…

Also dann zur Elbe, die Treppe hoch zur Brühlschen Terrasse.

Gottfried Semper auf der Brühlschen Terrasse

Nur schnell einige Eckpunkte fotografieren, dann die Kamera wieder wegpacken, damit die zunehmend nasseren Schneeflocken keinen Schaden anrichten können. Nicht das ideale Wetter für den Blog. Dresden wird im nächsten Jahr nochmal besucht werden müssen.

Semperoper

Finanzministerium

In einem kleinen Ladengeschäft mit allerlei verlockenden Lederwaren verkündet gerade der Ladenbesitzer, die Geiselnahme sei beendet. So, jetzt nochmal der Striezelmarkt!

Der Striezelmarkt, rechts die Altmarkt-Galerie

Wir drehen so einige Runden durch den Markt, und finden so dies und das und anderes dann wieder nicht. Jetzt ist jedenfalls ordentlich Betrieb – heute ist halb Polen auf dem Striezelmarkt unterwegs – und als wir uns nur noch von den Massen mittreiben lassen können, beschließen wir, den Rückzug anzutreten.

Die Fürsten lassen wir nochmal an uns vorbeiziehen…

Friedrich August der Gerechte

Also dann Dresden, bis zum Frühjahr 2023!

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